IMI-Aktuell 2013/250

Islamisten? Geostrategie!

von: 6. Juli 2013

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Ein erfreulich kritischer Beitrag in der Deutschen Welle (30.06.2013 via bpb-9-11-newsletter) setzt sich mit der Frage nach den tatsächlichen Ursachen auseinander, weshalb manche islamische Gruppen im Westen offensichtlich als feindlich, andere wiederum als freundlich eingestuft werden. Er kommt zu dem Ergebnis, dass hierfür primär geostrategische Überlegungen ausschlaggebend sind: „Wer einen flüchtigen Blick auf die westliche Nahost-Politik wirft, kommt schnell zu dem Eindruck, hier werde bestmöglich zwischen „gemäßigten“ und „radikalen“, also gewissermaßen „guten“ und „bösen“ Islamisten unterschieden. Dieser Eindruck ist nicht falsch. Nur werden für diese Unterteilung weder demokratische Standards noch Menschenrechts-Maßstäbe konsequent herangezogen. Unterschieden wird vielmehr zwischen Islamisten, die insgesamt westliche Interessen berücksichtigen, und solchen, die sie missachten oder bekämpfen. Damit gilt auch im Nachklang zum „Arabischen Frühling“, was von den Menschen in der Region schon immer als Doppelmoral angeprangert wurde: Der Westen führt demokratische Werte im Munde und wirbt auch offensiv dafür – im Zweifel jedoch werden Stabilität und geostrategische Interessen immer noch höher bewertet.“ (jw)

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