IMI-Aktuell 2013/073

FAZ: Seeseitige Militarisierung

von: 10. April 2013

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Unter dem Titel „Kein Land in Sicht“ werben mehrere hochrangige Militärs in der FAZ (02.04.2013) für eine Militarisierung der deutschen und europäischen Meerespolitik. Deutschland müsse die Bedeutung des Sektors erkennen, dessen Wertschöpfung sich 2011 auf 85 Mrd. Euro belief, auf EU-Ebene würden 90% des Außenhandels über den Seeweg abgewickelt.

Zunehmenden Konflikten und Auseinandersetzungen auf den Weltmeeren müsste durch eine gezielte deutsche und europäische Aufrüstung begegnet werden. Die Begründung hierfür ist erstaunlich offen: „Das maritime Bewusstsein muss nicht nur stärker werden, weil Deutschland andernfalls in der Konkurrenz zu den alten und neu aufkommenden Mächten des 21. Jahrhunderts ‚verkümmern‘ würde, wie einst Admiral von Tirpitz das kaiserliche Flottenbauprogramm begründete. Es geht eher um die Beherzigung einer Einsicht Alfred Thayer Mahans, dass die Kontrolle über die See den ökonomischen Wohlstand eines Staates bestimmt.“

Schön, dass man nicht „nur“ unter Verweis auf das kaiserliche Flottenprogramm rüsten möchte, das wesentlich zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges beitrug, sondern dass sie auch noch weitere „gute“ Gründe hierfür finden. Dafür wird die „Gründung eines europäischen Trägerverbandes“ gefordert. Er würde die EU in die Lage versetzten, dem „formulierten Anspruch gerecht zu werden: eine aktive und handlungsfähige Europäische Union zu schaffen, die Einfluss im Weltmaßstab ausüben kann.“

Und als ob das nicht genug wäre, bleibt dem Leser auch ein Bonmot zum Abschluss des Beitrags nicht erspart: „Wenn man das Meer nicht versteht, ist kein Land in Sicht.“ (jw)

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