IMI-Mitteilung

Pressemitteilung: IMI-Kongress „Wendezeiten“ am kommenden Wochenende


von: IMI | Veröffentlicht am: 2. November 2011

Drucken

Hier finden sich ähnliche Artikel

Ist der Vormarsch des Westens gestoppt oder an seine Grenzen geraten, symbolisieren Afghanistan und Irak das Scheitern des Interventionismus, in dessen Schatten neue Mächte wie Brasilien, Russland, Indien und China – die sog. BRIC-Staaten – an Einfluss gewinnen konnten? Haben sich mit den Umbrüchen in Nordafrika Staaten aus der westlichen Hegemonie befreit und ein Potential zu Gegenmachtbildung entwickelt und wie ist es um die Versuche von NATO und EU bestellt, durch die Aufrüstung ihrer Seestreitkräfte ihre Hegemonie auf den Weltmeeren auszubauen? Diesen und anderen Fragen stellt sich der 14. Kongress der Informationsstelle Militarisierung am 5. und 6. November 2011 im Tübinger Schlatterhaus unter dem Titel „Wendezeiten – Weltpolitische Umbrüche, Chance oder Gefahr?“

„Wir halten es zum gegenwärtigen Zeitpunkt für schwierig, genaue Prognosen zu machen“, so Jürgen Wagner, geschäftsführender Vorstand der IMI: „Stattdessen möchten wir verschiedene Thesen zur Diskussion stellen, von welchen Bedingungen der Ausgang und die Richtung all dieser gravierenden Umbrüche der jüngeren Vergangenheit abhängen. Wir meinen eine solche kontroverse Gestaltung des Kongresses wird der aktuellen Weltlage gerecht. Dennoch wagen wir am Sonntag einen Ausblick auf die künftige Weltordnung, indem wir aktuelle Entwicklungen innerhalb der UN analysieren“. Gemeint ist damit die voranschreitende Militarisierung der UN und deren Zustimmung zum gewaltsamen Sturz der Regierung in Libyen bzw. ihre aktive Unterstützung beim Sturz der Regierung Gbagbo in der Elfenbeinküste. „Das parteiische Eingreifen in die Bürgerkriege in Libyen und Côte d’Ivoire wird in Afrika ganz anders diskutiert, als hierzulande und es wird das Verhältnis afrikanischer Staaten und vielleicht auch der gesamten ‚Dritten Welt‘ zur UN nachhaltig verändern“, so Wagner.

Abschließend soll dann anhand der Bundeswehrreform herausgearbeitet werden, welche Rolle Deutschland in dieser neuen Weltordnung spielen will. Die Strategie des kontinuierlichen Interventionismus aber, auf welche diese Reform abzielt, erweist sich angesichts der diskutierten Umbrüche als anachronistisch und wird von großen Teilen der Bevölkerung nicht unterstützt. Deshalb soll es hier auch um „Perspektiven für die antimilitaristische Bewegung“ gehen.

Der Kongress beginnt am Freitag Abend um 19:30 in der Hausbar der Schellingstrasse mit einer VoKü (Essen gegen Spende), anschließend referiert Claudia Haydt über die „barbaresken Kriege“ der USA in Nordafrika Anfang des 19. Jahrhunderts.

Das vollständige Programm findet sich unter:
http://www.imi-online.de/2011.php?id=2332

Für Rückfragen und Pressegespräche stehen wir gerne zur Verfügung:
Jürgen Wagner
07071 49154
imi@imi-online.de

Ähnliche Artikel