IMI-Analyse 2026/01
Grönland im Fokus
Drohende US-Übernahme „auf die ein oder andere Art“
Ben Müller (20.01.2026)
Zu Grönland gibt es zurzeit laufend neue Nachrichten. Diese IMI-Analyse 2026/01 greift einige aktuelle Entwicklungen auf, wiederholt aber auch Passagen aus der im vorigen Jahr erschienenen IMI-Analyse 2025/12 „Kampf um Grönland“, die zum Verständnis des Hintergrunds hilfreich sein könnten.
Noch vor dem offiziellen Beginn von Donald Trumps zweiter Amtszeit als US-Präsident geriet Grönland wieder in den Fokus der allgemeinen Aufmerksamkeit. Anders als in seiner ersten Amtsperiode verfolgt Trump die Übernahme der Insel durch die USA jetzt hartnäckiger und will dafür auch militärische Gewalt nicht ausschließen. Vor dem Hintergrund des US-Militärschlags gegen Venezuela Anfang 2026 verbreitet sich daher die Sorge vor einer gewaltsamen Annexion.
Die größte Insel der Welt
„Kalaallit Nunaat“, wie Grönland in der Landessprache heißt, ist die größte Insel der Welt. Mit einer Landfläche von über zwei Millionen Quadratkilometern ist sie größer als Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und Polen zusammen. Die Bevölkerung Grönlands besteht aber nur aus etwa 57.000 Menschen, die hauptsächlich an der Küste im Westen und Süden der Insel leben und zum Großteil von indigenen Inuit abstammen. Etwa 80% der Landfläche ist von einem Eisschild bedeckt, der im Landesinneren über 3.000 Meter dick wird. Sein Schmelzen würde zu einem Anstieg des Meeresspiegels um über sieben Meter führen.[1]
Geographisch gehört Grönland zum nordamerikanischen Kontinent. Politisch ist es aber ein Teil des Königreichs Dänemark. Seit 1979 genießt Kalaallit Nunaat einen Autonomiestatus, und seit 2009 gilt eine Selbstverwaltung mit der Möglichkeit, über ein Referendum jederzeit die Unabhängigkeit zu erklären. Nur in der Außen- und Verteidigungspolitik ist Dänemark weiterhin tonangebend. Außerdem ist die grönländische Wirtschaft von einem „Blockzuschuss“ abhängig, den Dänemark jährlich bezahlt. Die Haupteinnahmequelle von Grönland ist Fischfang. Für die Zukunft könnte aber der Tourismus zu einer weiteren wichtigen Einnahmequelle aufsteigen.[2] Auch die Bodenschätze der Insel bieten ein Potential für zusätzliche Einkünfte aus der Rohstoffextraktion.
Groll gegen die ehemalige Kolonialmacht
Dänemark ist heute bemüht, seine Kolonialvergangenheit als vorbildlich im Vergleich zu anderen Staaten darzustellen. Aber allein durch die Entnahme von Bodenschätzen wie etwa beim Kohle- und Graphitbergbau in Grönland konnte sich die Kolonialmacht schamlos bereichern. In Ivituut im Südwesten von Grönland befand sich z.B. das größte natürliche Vorkommen von Kryolith. Seine Ausbeutung von 1854 bis 1987 lieferte Dänemark (und während des Zweiten Weltkriegs den USA) einen begehrten Rohstoff zur Aluminiumgewinnung.[3]
Die Kolonialzeit endete für Grönland 1953. Beim Versuch, die Insel in das Mutterland zu integrieren, verfolgte Dänemark aber eine kritikwürdige Assimilationsstrategie, durch die viel der indigenen Kultur zerstört wurde. Unter anderem wurden Inuit-Kinder ihren Familien entrissen und auf dem Festland „dänisch“ erzogen, sodass sie sich schließlich nicht mehr mit ihren leiblichen Eltern verständigen konnten.[4] Erst 2020 entschuldigte sich die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen bei den Betroffenen, und auf Drängen der grönländischen Regierung wurde 2022 eine unabhängige Untersuchung der vergangenen dänischen-grönländischen Beziehungen eingeleitet.[5]
Etwa zeitgleich kam ein anderer Skandal ans Licht: In den 1960er und 1970er Jahren ließen dänische Behörden Mädchen und Frauen Verhütungsspiralen einsetzen. Diese Maßnahmen, die das Bevölkerungswachstum in Grönland reduzieren sollten, erfolgten im Rahmen von Gesundheitsuntersuchungen an Schulen, häufig ohne vorher die Zustimmung der Betroffenen oder ihrer Eltern einzuholen.[6] Wissenschaftler*innen wie Ebbe Volquardsen[7] von der Universität Grönlands oder Sigri M. Gaїni[8] von der Universität der Färöer Inseln weisen darauf hin, dass auch jüngere Fälle von Sorgerechtsentzug in Grönland auf heftige Kritik stoßen, da sie kulturelle Eigenheiten der Inuit-Bevölkerung nicht berücksichtigen.
Viele Menschen in Grönland hegen einen Groll gegen Dänemark und wünschen sich eine baldige Unabhängigkeit ihres Landes. Auch vier der fünf im Parlament („Inatsisartut“) vertretenen Parteien befürworten die Unabhängigkeit, haben dafür aber unterschiedliche Zeitpläne. Donald Trump versucht unterdessen, den Groll gegen Dänemark für seine Interessen zu instrumentalisieren. Allerdings sprachen sich in einer Umfrage vom Januar 2025 etwa 85% der Grönländer*innen dagegen aus, US-Bürger*innen zu werden, und 45% betrachteten Trumps Interesse an ihrer Insel als Bedrohung.[9]
Das US-Interesse an Grönland
Die USA haben einen beträchtlichen Teil ihres Territoriums durch Kaufgeschäfte erworben. Im 19. Jahrhundert zählten dazu etwa der Kauf von Louisiana und von Alaska. Als sie 1867 Alaska von Russland erworben hatten, führten sie auch Verhandlungen mit Dänemark über den Erwerb von Grönland und Island. Zum Kauf der beiden Inseln kam es damals aber nicht, und auch der Kauf von Alaska war seinerzeit wenig populär. Spötter bezeichneten das Territorium als „Gefriertruhe“ von Außenminister Seward oder als Präsident Johnsons „Eisbärengehege“. Aber spätestens als im Norden Alaskas Erdölvorkommen entdeckt wurden, war die Mehrheit der Nation stolz auf den Erwerb.
Möglicherweise möchte sich Donald Trump mit dem Erwerb von Grönland heute einen ähnlich bedeutsamen Platz in den Geschichtsbüchern sichern wie einst William Seward und Andrew Johnson. In seiner ersten Amtszeit bezeichnete er sein Vorhaben als „großen Immobilienerwerb“. Und laut Aussagen, die Peter Baker für die New York Times festgehalten hat, war Trump allein durch Grönlands Ausdehnung auf der Landkarte so fasziniert, dass er die Insel für die USA vereinnahmen wollte.[10] Vermutlich betrachtet er es als seine verdienstvolle Aufgabe, das US-Territoriums um die Landmasse von Grönland zu erweitern.
Die USA unternahmen bereits 1910, 1946 und 1955 weitere erfolglose Versuche, Grönland zu kaufen. Während des Zweiten Weltkriegs, als Dänemark von Nazideutschland besetzt war, überließ ihnen aber der dänische Botschafter einige Souveränitätsrechte, um den Status quo in Grönland aufrecht zu erhalten und zu verhindern, dass Deutschland von der Insel Besitz ergreift. Die USA errichteten daraufhin rund ein Dutzend Militärbasen, Flughäfen und Wetterstationen, von denen sie viele auch im Kalten Krieg weiterbetrieben. 1951 willigte Dänemark in ein Militärabkommen ein, das den USA exklusive Rechte für ihre Stützpunkte in Grönland einräumt.[11]
Nach dem Ende des Kalten Kriegs reduzierten die USA ihre Präsenz in Grönland auf die Thule Air Base (seit 2023 „Pituffik Space Base“) im Nordwesten der Insel. Das Abkommen von 1951 erlaubt ihnen aber, in Abstimmung mit Dänemark und Grönland weitere Militärbasen zu errichten.[12]
Die strategische Bedeutung von Grönland
Kalaallit Nunaat verfügt über reiche, noch unerschlossene Rohstoffvorkommen. Außerdem ist seine geostrategische Lage zwischen Nordatlantik und Arktis von internationalem Interesse. Durch die Klimaerwärmung, die in der Arktis viermal so stark messbar ist wie im globalen Durchschnitt, verkleinern sich die Gletscher und geben Raum für Bergbauprojekte. Auch das Meereis geht zurück und ermöglicht neue Schifffahrtsrouten durch die Arktis, die Asien mit Europa und Nordamerika verbinden und Grönland in den internationalen Seeverkehr einbinden.
Zu den grönländischen Bodenschätzen zählen reiche Erzvorkommen wie Gold, Platin, Kupfer, Zink, Molybdän und Eisenerz, aber auch Graphit, Uran und Seltene Erden. Grönland verfügt über 24 von 34 Mineralien, die von der EU als kritische Rohstoffe eingestuft werden.[13] Hinzu kommen Fisch und andere Meeresressourcen, im Eis gebundene Süßwasserreserven und Gesteinsmehl, das als wertvoller Dünger verwendet werden kann. Auch für die Energieerzeugung aus Wasserkraft gibt es Potential.
Bereits während des Kalten Kriegs war die Arktis die kürzeste Verbindung zwischen den beiden Supermächten USA und UdSSR, so dass Frühwarnsysteme zur Erkennung von Raketenangriffen möglichst weit im Norden stationiert werden mussten. Die Pituffik Space Base ist die nördlichste Militärbasis der USA. Als wichtige Bodenstation zur Weltraum-Überwachung und mit Frühwarn-Radaranlagen ausgestattet ist sie für die USA unverzichtbar.
Aus geostrategischer Sicht sind auch die Wasserstraßen zwischen Grönland, Island und Großbritannien, die sogenannte „GIUK-Lücke“, von besonderer Bedeutung. Einerseits verlaufen hier wichtige Untersee-Kabel, die Nordamerika und Europa verbinden, und der Seeweg gilt als militärische Nachschubroute im Fall eines Kriegs in Europa. Andererseits stellen diese Meerengen die einzige Möglichkeit für russische Schiffe dar, von der Arktis in den Atlantik vorzudringen. In Übungen wie „Dynamic Mongoose“ bereitet sich die NATO daher regelmäßig auf den Anti-U-Boot-Kampf in diesen Gewässern vor.[14]
Militärische Gewalt nicht ausgeschlossen
Bereits in seiner ersten Amtszeit als US-Präsident wollte Donald Trump Grönland kaufen. Die dänische Antwort, dass das „absurd“ sei und Grönland nicht zum Verkauf stehe, verstörte ihn so, dass er deswegen einen Staatsbesuch in Dänemark absagte.[15] Noch vor der offiziellen Einführung zu seiner zweiten Amtszeit griff er das Thema wieder auf und erklärte „Eigentum und Kontrolle über Grönland“ zu einer „absoluten Notwendigkeit“ für die nationale Sicherheit und die Freiheit in der Welt.[16]
Wahrscheinlich geht es Trump um die grönländischen Bodenschätze. Auch den arktischen US-Staat Alaska betrachtet er offenbar hauptsächlich als Rohstoffquelle. Gleich nach seinem Amtsantritt hat er Dekrete zur Förderung von Öl, Gas und anderen Ressourcen im Naturschutzgebiet „Arctic National Wildlife Refuge“ erlassen.[17] Und auch nach seinem Militärschlag gegen Venezuela war es ihm wichtig, das venezolanische Öl für US-Konzerne verfügbar zu machen. Aber im Fall von Grönland spricht er das nicht aus, sondern redet nur von der nationalen und internationalen Sicherheit, oder dass die Insel „von russischen und chinesischen Schiffen umzingelt“ sei.[18]
Trump stellte auch den völkerrechtlichen Anspruch Dänemarks auf Grönland in Frage: „Die Leute wissen nicht einmal genau, ob Dänemark überhaupt einen Rechtsanspruch darauf hat. Aber wenn es einen hat, dann sollte es ihn aufgeben.“[19] Und er lehnte es ab, militärische Gewalt zur Übernahme der Insel auszuschließen. Vor dem US-Kongress gab er sich zuversichtlich, Grönland „auf die ein oder andere Art“ zu übernehmen, und den Menschen in Grönland versprach er großspurig Sicherheit und Reichtum.[20] Auf die Frage, ob das Pentagon Pläne für eine bewaffnete Invasion in Grönland habe, wiederholte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses mehrfach, das Pentagon habe Pläne für alle Eventualitäten.[21]
Die Geschäfte des Thomas E. Dans
In den USA findet Trump viele Personen, die sein Grönland-Vorhaben aktiv unterstützen. Eine dieser Personen ist der Risikokapital-Investor Thomas Emanuel Dans. Dans war von 2020 bis 2021 Mitglied der US-Arktisforschungskommission, bevor er zusammen mit drei weiteren von Trump ernannten Kommissionsmitgliedern durch Joe Biden wegen fehlender Arktisexpertise aus der Kommission entfernt wurde.[22] Dass Dans bereit ist, Konflikte einzugehen, um das US-Territorium zu vergrößern, hat er bereits 2022 gezeigt. In Zeitungsbeiträgen vertrat er damals die Auffassung, das Grenzabkommen zwischen den USA und der UdSSR von 1990 sei rechtlich nicht in Kraft, und die USA könnten die russische Wrangel-Insel sowie fünf kleinere Inseln in der Arktis beanspruchen, um Russland neben dem Ukrainekrieg noch einen weiteren Grenzkonflikt aufzubürden.[23]
Heute betreibt Dans unter anderem eine Firma namens „American Daybreak“, mit der er Kontakte nach Grönland herstellen möchte. Jørgen Boassen, ein grönländischer Maurer und Trump-Anhänger, unterstützt ihn dabei und stellt sich bereitwillig für entsprechende Fotoshootings zur Verfügung. Dans übernimmt dafür Boassens Reisekosten und hat ihm ein Gehalt versprochen.[24] American Daybreak hat 2025 zwei umstrittene Grönlandreisen von Donald Trump Junior und von US-Vizepräsident JD Vance organisiert.[25] Trump Junior nutzte seinen kurzen Aufenthalt in Nuuk, um Fotos mit angeblich US-begeisterten Grönländer*innen aufzunehmen. Dafür suchte er sich auch Obdachlose und wirtschaftlich Benachteiligte, denen er ein Mittagessen bezahlte, wenn sie sich im Gegenzug mit MAGA-Kappen für ihn ablichten ließen.[26]
Die Reise von Vance war ursprünglich als Reise seiner Frau Usha Vance zusammen mit US-Energieminister Chris Wright und Sicherheitsberater Mike Waltz zu historischen Stätten Grönlands sowie zum Besuch eines Schlittenhunderennens geplant. Wegen heftiger Proteste beschränkten die Politiker ihren Aufenthalt aber auf die Pituffik Space Base, wo Vance harsche Vorwürfe an Dänemark richtete, das angeblich nicht genug unternehme, um Grönland vor dem Eindringen Russlands und Chinas zu beschützen.[27]
Für Dans hat sich sein Engagement insofern bereits bezahlt gemacht, als dass Donald Trump ihn wieder in die Arktisforschungskommission eingesetzt hat, diesmal als deren Leiter.[28]
Einflussnahme auf Grönland
Im Mai 2025 berichtete das Wall Street Journal über eine Anweisung an die US-Geheimdienste, Grönland stärker zu beobachten. Insbesondere sollten Personen in Grönland und Dänemark ausfindig gemacht werden, die die US-Interessen in Grönland unterstützen. Auch die Unabhängigkeitsbewegung in Kalaallit Nunaat sollte beobachtet werden sowie die öffentliche Meinung zu einer Beteiligung der USA an Bergbau- und Infrastrukturprojekten.[29] Auch der dänische Rundfunk berichtete im August 2025 von mindestens drei US-Bürgern mit Verbindungen zu Donald Trump, die sich anschickten, Grönland zu „infiltrieren“. Ob die Männer in staatlichem Auftrag unterwegs waren, konnte der Sender zwar nicht ermitteln. Dänemark nahm die Angelegenheit dennoch zum Anlass, den obersten US-Diplomaten ins Außenministerium einzubestellen.[30]
Dänemark bemühte sich seinerseits, Verbundenheit mit Kalaallit Nunaat auszudrücken. Im April 2025 reisten sowohl Premierministerin Frederiksen[31] als auch König Frederik X.[32] in die grönländische Hauptstadt Nuuk. Auch andere europäische Staatschefs stellten sich an die Seite Dänemarks. Der französische Präsident Emmanuel Macron etwa stattete Nuuk einen Besuch ab und beteuerte die Bereitschaft Frankreichs, für Grönlands Sicherheit einzustehen.[33] Und Deutschland, das seine militärische Präsenz in der Arktis steigern möchte, nutzte die Gelegenheit und ließ mit dem Einsatzgruppenversorger „Berlin“ im August 2025 zum ersten Mal ein Kriegsschiff in Nuuk Station machen.[34]
Zu den Akteuren, die ihren Einfluss geltend machen möchten, zählen auch reiche Personen aus der US-amerikanischen Tech-Branche, die möglicherweise Donald Trumps Grönland-Deal finanzieren sollen. Laut einer Reuters-Recherche befürworten Peter Thiel, Marc Andreessen oder Dryden Brown, die Grönland offenbar für verfügbares Niemandsland halten, dort die Gründung einer deregulierten Privatstadt. Für Brown wäre die grönländische Geographie demnach auch eine gute Vorbereitung für eine zukünftige Mars-Kolonisierung.[35] Unterstützung werden sie vielleicht von Ken Howery erhalten, der zusammen mit Thiel an der PayPal-Gründung beteiligt war und seit Oktober 2025 als neuer US-Botschafter in Dänemark amtiert.
Wer bedroht Grönland?
Die Behauptung von Trump, dass Grönland von russischen und chinesischen Schiffen umzingelt sei, lässt sich leicht widerlegen. Ulrik Pram Gad vom Dänischen Institut für Internationale Studien verweist dafür auf die Größe der Arktis, die sich in mehrere Gebiete unterteile, deren jeweilige Sicherheitssituation für Grönland meistens nicht relevant sei. Es gebe zwar russische und chinesische Schiffe in der Arktis, aber von Grönland seien sie nicht einmal mit dem Fernglas zu erkennen.[36] Und von den Ausführungen zur Bedrohungslage, die JD Vance bei seinem Besuch der Pituffik Space Base geäußert hatte, distanzierte sich sogar Oberst Susannah Meyers, die damalige Chefin der Basis, in einer E-Mail, woraufhin sie allerdings umgehend ihres Postens enthoben wurde.[37]
Viele Wissenschaftler*innen haben sich bereits mit der von Trump beschworenen Bedrohung Grönlands, der angeblich nur mit einer Übernahme durch die USA begegnet werden könne, auseinandergesetzt. Meistens stellt sich dabei heraus, dass diese Bedrohung nicht existent oder maßlos übertrieben ist. Andreas Østhagen vom norwegischen Fridtjof Nansen Institut stellt z.B. klar, dass Russland vor allem in der europäischen Arktis (Barentssee, Svalbard, norwegische Küste) aktiv sei, aber nicht bei Grönland. Und China sei zwar an Geschäften in der Arktis interessiert, die Versuche chinesischer Firmen, in Grönland zu investieren seien aber meist aus Sicherheitsgründen unterbunden worden. Chinesische Schiffe seien vor allem an der russischen Küste und vor Alaska anzutreffen, aber nicht vor Grönland.[38]
Im Gegensatz zu den USA hat der chinesische Außenminister Wang Yi im Mai 2025 betont, dass China die dänische Souveränität über Grönland respektiere.[39] Auf der Arctic Security Conference im September 2025 in Oslo bemerkte die kanadische Wissenschaftlerin Heather Exner-Pirot dazu, in den letzten 30 Jahren sei die einzige Bedrohung in der Arktis von den USA ausgegangen, eben die von Trump angedrohte Annexion Grönlands.[40] Und Mia Bennett, Geographin an der Universität Washington, kommentiert: „Während Trump die Furcht vor einem Einfall russischer und chinesischer Schiffe in Grönland schürt, fürchten sich die Inselbewohner vor der viel realeren Möglichkeit eines Einfalls amerikanischer Schiffe auf der größten Insel der Welt.“[41]
Troy Bouffard, Lehrbeauftragter für Arktis-Sicherheit an der Universität Alaska Fairbanks, vermutet, dass die Bedrohungen auch für Trump nicht real existieren müssen. Er benutze sie aber, um zu eskalieren, und um in dem Handelsgeschäft, das die Grönland-Übernahme für ihn darstelle, der Gegenseite Zugeständnisse abzupressen.[42]
Dänemark rüstet auf
Bereits seit mehreren Jahren bemüht sich Dänemark, den Einfluss Chinas auf Grönland zu unterbinden. 2016 erklärte der damalige Premierminister Lars Løkke Rasmussen deswegen, das dänische Militär benötige die ehemalige Marinebasis Grønnedal im Süden von Grönland. Mit dieser Behauptung konnte er verhindern, dass die Basis von der chinesischen Firma General Nice Group gekauft wurde.[43] Auch bei der Erneuerung der Flughäfen in Nuuk, Ilulissat und Qaqortoq wurde durch dänische Intervention die Firma China Communications Construction Company von der Bieterliste ausgeschlossen.[44]
Mit der Begründung einer wachsenden Bedrohung durch Russland und China in der Arktis setzt die dänische Regierung zurzeit auf massive Aufrüstung. Zusammen mit den autonomen Regierungen in Grönland und auf den Färöer Inseln hat sie 2025 zwei Militärabkommen für den Nordatlantik und die Arktis vereinbart mit einem Volumen von zusammen 42 Mrd. Kronen (ca. 5,6 Mrd. Euro).[45] Hinzu kommen weitere militärische Großausgaben für Luftabwehr und zusätzliche F35-Kampfflugzeuge sowie ein „Beschleunigungsfonds“, der die dänischen Militärausgaben 2025 und 2026 auf mehr als 3% des Bruttoinlandsprodukts heben soll.
Die beiden Rüstungspakete für die Arktis beinhalten u.a. fünf neue eisgängige Schiffe als Ersatz für die vier Fregatten der Thetis-Klasse. Zur Überwachung des ausgedehnten Gebiets sollen Seefernaufklärer, Langstreckendrohnen, Radaranlagen und Satelliten beschafft werden. Hinzu kommt ein Hauptquartier für das „Joint Arctic Command“ in der grönländischen Hauptstadt Nuuk, ein Marine-Kai sowie weitere kleinere Drohnen zur Stationierung in Grönland. Auch das militärische „Basistraining“ für junge Menschen in Grönland soll ausgeweitet und um ein Modul zur Drohnensteuerung erweitert werden.
Nicht nur die NATO-Vorgaben und die Vorwürfe, die US-Vizepräsident Vance bei seinem Besuch der Pituffik Space Base vorgebracht hat, fordern Dänemark heraus. Auch ein Bericht des öffentlichen dänischen Rundfunks vom Januar 2025 attestiert der dänischen Marine erhebliche Schwächen beim Anti-U-Boot-Kampf im Nordatlantik und in der Arktis und setzt das Militär zusätzlich unter Druck.[46] Der dänische Militärgeheimdienst, der in den vergangenen Jahren hauptsächlich vor einer wachsenden Bedrohung durch Russland und China gewarnt hat, erwähnt in seinem Bericht für 2025 allerdings erstmals kritische Töne zur Rolle der USA: „die USA setzen ihre wirtschaftliche und technologische Macht jetzt als politisches Druckmittel ein, auch gegen Alliierte und Partner.“[47]
Von Venezuela nach Grönland?
Um den Jahreswechsel 2025/26 ist die Auseinandersetzung um Grönland weiter eskaliert. Bereits im Dezember 2025 sorgte die Ernennung von Jeff Landry zum US-Sondergesandten für Grönland für diplomatische Verstimmung, die Dänemark abermals veranlasste, den US-Botschafter ins Außenministerium einzubestellen. Landry, republikanischer Gouverneur von Louisiana, postete nach seiner Ernennung auf X, es sei ihm eine Ehre, Grönland zu einem Teil der USA zu machen.[48]
Der völkerrechtswidrige US-Angriff auf Venezuela am 2. Januar 2026 mit der Entführung von Nicolás Maduro und Cilia Flores setzte einer Reihe von militärischen Drohungen und ungerechtfertigten Attacken auf Schiffe in der Karibik mit über 100 Toten die Spitze auf. In der Pressekonferenz am Folgetag lobte Verteidigungsminister Hegseth den Militärschlag und die Durchsetzungsfähigkeit von Donald Trump. Und er erklärte, ähnliche Aktionen zu jeder Zeit und an jedem Ort wiederholen zu können („America can project our will anywhere, anytime“).[49] Diese Kampfansage galt auch Grönland und Dänemark. Einen Tag später ergänzte Trump, die USA würden sich um Grönland in etwa zwei Monaten kümmern.[50]
Für Aufregung sorgte auch eine Grönlandkarte in den Farben der US-Fahne, die am 3.1.2026 von Katie Miller über X verbreitet wurde. Mit dem Zusatz „SOON“ deutete die frühere Trump-Mitarbeiterin und Ehefrau von US-Stabschef Stephen Miller an, Grönland werde „bald“ zu den USA gehören.[51] Stephen Miller erläuterte derweilen in einem CNN-Interview seine imperialistische Sicht auf die Welt, die nur von Stärke, Kraft und Macht regiert werde: „Wir sind eine Supermacht, und unter Präsident Trump werden wir uns auch wie eine Supermacht verhalten.“ Angesichts der militärischen Stärke der USA bedeute das, dass niemand wegen der Zukunft Grönlands gegen die Vereinigten Staaten kämpfen werde.[52]
Auch Donald Trump fühlt sich nicht an das Völkerrecht gebunden. In einem Interview mit der New York Times sagte er im Januar 2026, seine einzigen Grenzen seien seine moralischen Abwägungen und sein Verstand. Er wolle keinen Menschen schaden, aber er brauche kein Völkerrecht.[53] Auf die Frage, warum er nicht nach dem Abkommen von 1951 Truppen in Grönland stationiere, antwortete er, dass Eigentum für ihn psychologisch notwendig sei, um Erfolg zu haben.[54]
Das Ende der NATO?
Im Zuge der Eskalation im Grönlandkonflikt hielt Mette Frederiksen Trump vor, ein militärischer Angriff auf Grönland sei gleichbedeutend mit dem Ende der NATO und der Sicherheitsarchitektur seit dem Zweiten Weltkrieg.[55] Trump erklärte dagegen, wenn Grönland in den Händen der USA sei, würde das die NATO noch viel mächtiger und wirksamer machen. Alles darunter sei inakzeptabel.[56] Für Trump ist es anscheinend kein Widerspruch, einem NATO-Mitglied militärisch zu drohen und sich gleichzeitig zur NATO zu bekennen.
NATO-Generalsekretär Mark Rutte hatte im März 2025 bei einem Treffen mit Trump im Oval Office versucht, die NATO aus der Grönlandfrage herauszuhalten. Er gab Trump zwar Recht, dass die Arktis vor Russland und China beschützt werden müsse, wollte sich aber nicht dazu äußern, ob Grönland zur USA gehören sollte oder nicht.[57] Auch im Januar 2026 vermeidet es Rutte, sich zu den US-Annexionsdrohungen zu äußern. Stattdessen greift er die von Donald Trump behauptete Bedrohung Grönlands auf, um ihr eventuell mit einer gemeinsamen NATO-Aktion zu begegnen.[58] Möglicherweise will er damit die US-Argumentation entkräften, nur die USA könne die Sicherheit Grönlands gewährleisten. Da eine russische oder chinesische Bedrohung Grönlands aktuell aber gar nicht vorliegt, und es den USA wahrscheinlich eher um Rohstoffe und um Trumps Geltungssucht geht, ist Ruttes Strategie zum Scheitern verurteilt. Sie führt nur zu einer weiteren Militarisierung der Arktis.
Unabhängig von Mark Ruttes Initiative hat Dänemark im Januar 2026 seine Militärpräsenz in Grönland verstärkt. Laut Pressemitteilung des Verteidigungsministeriums sollen die Truppen den Einsatz unter arktischen Bedingungen trainieren und durch ihre Anwesenheit die europäische und transatlantische Sicherheit verstärken. Angekündigt sind Flugzeuge, Schiffe und Soldaten auch von NATO-Verbündeten. Zu ihren Aufgaben zählen der Schutz kritischer Infrastruktur, die Unterstützung lokaler Behörden, die Verlegung von Kampfflugzeugen sowie Operationen auf See.[59]
Auf Einladung Dänemarks schickte auch Deutschland ein Erkundungsteam der Bundeswehr nach Grönland. Der aus 15 Logistikern und Experten unterschiedlicher militärischer Bereiche bestehende Trupp weilte vom 16. bis 18. Januar 2026 auf der Insel. Sein Auftrag war es, die Bedingungen für einen möglichen Bundeswehreinsatz in Grönland auszukundschaften. Ähnliche Erkundungsmissionen wurden auch von Frankreich, Großbritannien, Norwegen, Schweden, Finnland und den Niederlanden durchgeführt.[60] Als Reaktion kündigte Donald Trump Strafzölle gegen diese Länder an.
Konsequenzen
Am 14. Januar 2026 fand in Washington ein Treffen zur Zukunft Grönlands statt, an dem der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen, die grönländische Außenpolitikerin Vivian Motzfeld sowie US-Außenminister Marco Rubio und US-Vizepräsident JD Vance teilnahmen. Bei diesem Gespräch zeigten sich „grundlegende Meinungsverschiedenheiten“ zwischen den beiden Positionen. Eine Arbeitsgruppe soll jetzt sondieren, wie der Konflikt beigelegt werden könnte.[61] Es steht aber zu befürchten, dass US-Präsident Trump von seinem Anspruch, Grönland zu besitzen, nicht abrücken wird.
Bedrohlich wird die Situation dadurch, dass Politiker wie Stephen Miller inzwischen völlig offen für das Recht des Stärkeren in internationalen Beziehungen eintreten. Wenn Donald Trump behauptet, seine Entscheidungen müssten sich nicht am Völkerrecht orientieren, oder wenn Pete Hegseth androht, die USA könnten Militärangriffe wie in Venezuela jederzeit und überall durchführen, dann erinnert das an finstere Zeiten, in denen Machthaber ihre Herrschaft willkürlich und mit brutaler Gewalt durchsetzen.
Im Moment sieht es so aus, als würden die US-Annexionsdrohungen gegen Grönland innerhalb der NATO zu einer Art Wettbewerb führen, wer die Sicherheit Grönlands am Besten schützen kann. Unabhängig von der Frage, ob eine Bedrohung Grönlands durch Russland und China überhaupt existiert, heizen die beteiligten Akteure damit aber den Machtkampf an, auf dem eine am Recht des Stärkeren ausgerichtete Weltordnung beruht. Jede weitere Militarisierung (nicht nur) in der Arktis ist abzulehnen. Die daraus entstehende Gefahr der Eskalation bringt verheerende Folgen für Menschen, Umwelt und Klima mit sich. Kampfflugzeuge hinterlassen große Mengen Kohlenstoffdioxid, Kriegsschiffe beeinträchtigen die Meeresfauna und Militärfahrzeuge zerstören die empfindliche Vegetation an Land.
Kalaallit Nunaat wird zu einem Spielball fremder Mächte. Eigentlich will sich das Land von Dänemark loslösen und seinen eigenen Weg gehen. Angesichts der Bedrohung aus den USA fühlt Regierungschef Jens-Frederik Nielsen jetzt aber sein Land an die ehemalige Kolonialmacht gebunden.[62] Und was wird aus den Menschen, falls Kalaallit Nunaat von den USA annektiert wird? Werden sie sich dann weiter von Fischfang und Robbenjagd ernähren können? Oder müssen sie ihren Lebensunterhalt in neu entstehenden Erz- und Kohleminen verdienen? Oder werden sie zu Dienstpersonal in einer deregulierten Privatstadt, während die Kraftwerke und Serverfarmen der tonangebenden Tech-Magnaten den Klimawandel weiter anheizen?
Der Friedensforscher Egon Spiegel sieht in Kalaallit Nunaat ein erfolgversprechendes Potential für gewaltfreien Widerstand. Gerade die kulturelle Identität und der direkte soziale Kontakt innerhalb der Bevölkerung könne durch konsequente Verweigerung und Ausgrenzung den Preis, den die Besatzungsmacht USA langfristig aufbringen muss, nach oben treiben.[63] Ob dieser Weg angesichts der dünnen Besiedelung Grönlands wirklich zu einem Erfolg führen kann, ist unklar. Als Alternative zu militärischem Widerstand sollte er aber auf jeden Fall berücksichtigt werden.
Und es bleibt zu hoffen, dass das Recht des Stärkeren sich nicht durchsetzt, sondern dass stattdessen Selbstbestimmung und internationale Kooperation zur Grundlage der Weltordnung werden. Den Menschen in Kalaallit Nunaat ist jedenfalls zu wünschen, dass sie und die Insel, auf der sie leben, nicht zu einem Besitzstück oder zu bloßer Handelsware herabgewürdigt werden.
Anmerkungen
[1] Grönländischer Eisschild, de.wikipedia.org
[2] Torfi Johannesson: Resilient Progress: Greenland’s Shift from Block Grantz Reliance to Economic Strength, 25.2.2025 nordicinsights.dk
[3] Katie Lockhart: How This Abandoned Mining Town in Greenland Helped Win World War II, 27.12.2019 smithsonianmag.com
[4] Yvette Brend: Failed Danish social experiment haunts Greenlandic survivors taken from families 70 years ago, 15.2.2022 cbc.ca
[5] Eilís Quinn: Greenland, Denmark initiate investigation into past relations, 9.6.2022 rcinet.ca
[6] Speaking up for women in Greenland spiral-case: „We were frozen in our bodies for decades“, 3.8.2024 unric.org
[7] Ebbe Volquardsen: Auf dünnem Arktiseis, 21.1.2025 akweb.de
[8] Sigri M. Gaїni: Arctic ‚Commonwealth’ of Denmark, Greenland, Faroe Islands has never been a community of equal partners, 10.2.2025 arctictoday.com
[9] Greenlanders overwhelmingly oppose becoming part of the United States, poll shows, 29.1.2025 reuters.com
[10] Jeffrey Gettleman: Greenland Would Be the Largest U.S. Land Acquisition, if Trump Got His Way, 13.1.2026 nytimes.com
[11] Marc Jacobsen: Das Interesse der USA an Grönland, 12.09.2025 bpb.de
[12] Elías Thorsson: Danish experts baffled: what more does Trump want?, 27.1.2025 arctictoday.com
[13] Astri Edvardsen: „Greenland Needs the EU, and the EU Needs Greenland“, 9.10.2025 highnorthnews.com
[14] Dynamic Mongoose, 9.7.2020 bundeswehr.de
[15] Carsten Schmiester: Verschnupft bis entsetzt, 21.8.2019 tagesschau.de
[16] Rebecca Shabad: Trump says ownership of Greenland ,is an absolute necessity‘, 23.12.2024 nbcnews.com
[17] Hilde-Gunn Bye: Trump Signs Order to Maximize Resource Development in Alaska, 22.1.2025 highnorthnews.com
[18] Elías Thorsson: Trump repeats call for Greenland annexation, declines to rule out force, 4.1.2026 arctictoday.com
[19] John L. Dorman, Brent D. Griffiths: Trump refuses to rule out using military force to take Greenland or the Panama Canal, 7.1.2025 businessinsider.com
[20] Trine Jonassen: Trump Says The U.S. Will Take Control of Greenland ‚One Way or The Other‘, 5.3.2025 highnorthnews.com
[21] Lolita C. Baldor, Tara Copp: Hegseth says the Pentagon has contingency plans to invade Greenland if necessary, 13.6.2025 apnews.com
[22] Melody Schreiber: In a surprising shakeup, Biden ousts some Trump-appointed Arctic research commissioners, 7.9.2021 arctictoday.com
[23] Brendan Cole: U.S. Could Take Back Remote Island Seized by Russia Nearly 100 Years Ago, 16.11.2022 newsweek.com
[24] Elías Thorsson: Trump’s man in Greenland is on a mission to establish American control, 3.3.2025 arctictoday.com
[25] Elías Thorsson: Obscure U.S. group ‚American Daybreak‘ central to controversial Greenland visit, 26.3.2025 arctictoday.com
[26] Ebbe Volquardsen, a.a.O.
[27] Tom Little, Leonhard Foeger, Nandita Bose: Vance slams Denmark for not keeping Greenland safe from Russia, China, 28.3.2025 rcinet.ca
[28] President Trump Appoints Thomas Emanuel Dans to Lead U.S. Arctic Research Commission, 10.12.2025 arctic.gov
[29] Elías Thorsson:Trump orders espionage campaign against Greenland, 7.5.2025 arctictoday.com
[30] Astri Edvardsen: Denmark and Greenland’s Message to the US: Any Attempt at Interference is Unacceptable, 29.8.2025 highnorthnews.com
[31] Elías Thorsson: Danish PM to U.S.: ,You cannot annex another country‘ in blunt Facebook message, 4.4.2025 arctictoday.com
[32] Lasse Sørensen: Danish king packs suitcase of soft power on Greenland trip, 29.4.2025 courthousenews.com
[33] Malte Humpert: France Ready for Joint Arctic Exercises, Will Open Consulate Says Macron During Visit to Greenland, 16.6.2025 highnorthnews.com
[34] Elías Thorsson: Germany sends warship to Greenland to signal Arctic solidarity, 19.8.2025 arctictoday.com
[35] Rachael Levy, Alexandra Ulmer: Exclusive: Greenland ,Freedom City‘? Rich donors push Trump for a tech hub up north, 10.4.2025 reuters.com
[36] Ulrik Pram Gad: Don’t get Greenland’s role in Arctic security wrong, 28.1.2025 diis.dk
[37] Chefin von US-Basis auf Grönland gefeuert, 11.4.2025 tagesschau.de
[38] Andreas Østhagen: Trump & Greenland: Is There Logic in the Chaos?, 8.1.2025 thearcticinstitute.org
[39] Reuters: China fully respects Denmark’s sovereignty on Greenland, foreign minister says, 19.5.2025 reuters.com
[40] Fridtjof Nansen Institutt: Arctic Security Conference 2025: Managing Polarization and Fragmentation, 18.9.2025 youtube.com
[41] Mia Bennett: After Venezuela, will Greenland be next to fall in the Western Hemisphere?, 8.1.2026 cryopolitics.com
[42] Eilís Quinn: The U.S. already has leverage in Greenland, so why is Trump escalating? Experts weigh in, 9.1.2026 rcinet.ca
[43] Martin Breum: Analysis: Did the Danish PM prevent a Chinese acquisition on Greenland?, 20.12.2016 highnorthnews.com
[44] Mia Bennett: Controversy over Greenland airports shows China still unwelcome in the Arctic, 12.9.2018 cryopolitics.com
[45] Astri Edvardsen: Denmark to Strengthen Arctic Defense by DKK 27,4 Billion, 15.10.2025 highnorthnews.com
[46] Elías Thorsson: Danish navy’s Arctic capabilities fall short of NATO expectations, 29.1.2025 arctictoday.com
[47] Elías Thorsson:Danish intelligence recasts U.S. as security challenge in ,seismic shift‘, 19.12.2025 arctictoday.com
[48] Reuters: Denmark summons US ambassador over Trump’s Greenland appointment, 22.12.2025 arctictoday.com
[49] Peter Kornbluh, William M. LeoGrande: Trump’s Naked Imperialism, 4.1.2026 thenation.com
[50] Elías Thorsson: Danish PM says U.S. attack on Greenland would be end of NATO, 5.1.2026 arctictoday.com
[51] Elías Thorsson: U.S. will ,soon‘ annex Greenland, wife of top Trump aide implies, 4.1.2026 arctictoday.com
[52] Stephen Collinson: Trump’s new US mission statement: Strength, force, power, 6.1.2026 edition.cnn.com
[53] Deutschlandfunk: US Präsident Trump: „Brauche kein Völkerrecht“, 9.1.2026 deutschlandfunk.de
[54] Jeffrey Gettleman, a.a.O.
[55] Elías Thorsson: Danish PM says …, a.a.O.
[56] Nandita Bose, Simon Lewis, Jacob Gronholt-Pedersen: Trump reiterates desire for Greenland following high-stakes meeting, 15.1.2026 reuters.com
[57] Sertac Aktan: Trump hält NATO-Chef Rutte bei Vorhaben zur Annexion Grönlands für „hilfreich“, 14.3.2025 de.euronews.com
[58] Reuters: NATO discussing next steps to ensure Arctic stays safe, Rutte says, 13.1.2026 reuters.com
[59] Danish Ministry of Defence: The Danish Armed Forces expand their presence and continue exercises in Greenland in close cooperation with allies, 14.1.2026 fmn.dk
[60] Was die Bundeswehr auf Grönland erkundet hat, 18.1.2026 zdfheute.de
[61] Deutschlandfunk: Keine Einigung bei Gesprächen in Washington, 15.1.2026 deutschlandfunk.de
[62] Elías Thorsson: ,We choose Denmark,‘ Greenland PM says ahead of White House meeting, 13.1.2026 arctictoday.com
[63] Egon Spiegel: Wie kann sich Grönland wirksam verteidigen?, 14.1.2026 gewaltfreieaktion.de