IMI-Aktuell 2025/532
Kamikazedrohnen vs. Drohnenabwehr
(22.09.2025)
Bereits in der ZDF-Sendung „maybrit illner“ vom 18. September (s. IMI-Aktuell 2025/527) wurde der Eindruck vermittelt, dass der vorgeschlagene, aus Kamikazedrohnen bestehende „Drohnenwall“ zur Abwehr russischer Drohnen geeignet und damit eine richtige Reaktion auf die Verletzung des NATO-Luftraums durch russische Flugkörper darstelle. Niemand der anwesenden Expert*innen wies darauf hin, dass dieser Drohnenwall auf Ziele am Boden ausgerichtet wäre und etwas ganz anderes darstellt, als Drohnenabwehr. Ähnliches findet sich in der Berichterstattung häufig, so etwa in der Rhein Zeitung vom 22. September unter der Überschrift „Breuer macht Tempo bei Drohnenabwehr“:
”Generalinspekteur Carsten Breuer will in der Truppe schnell neue Waffensysteme zur Abwehr von Drohnen zum Einsatz bringen. ‚Eines ist für mich klar: Am Ende wird es vermutlich darauf hinauslaufen müssen, dass wir Drohnen gegen Drohnen einsetzen‘, sagte Deutschlands ranghöchster Soldat. […] Fortschritte erwartet er binnen Monaten. Dabei verweist Breuer auf den Zeitplan für die Einführung sogenannter Loitering Munition in der Bundeswehr. Dabei handelt es sich um Kamikazedrohnen, die mit Gefechtsköpfen versehen in großer Zahl auf Ziele gesteuert werden können oder diese auch KI-unterstützt selbst suchen.“
Erst danach wird deutlich, dass es sich um sehr unterschiedliche – wenn auch parallel verfolgte – Projekte handelt:
„‚Zur Loitering Munition haben wir im März eine Entscheidung getroffen, und Ende des Jahres wird die Truppe das erste Mal scharf damit schießen‘, erläuterte er. ‚Parallel dazu wird der Kampf Drohne gegen Drohne mit Nachdruck vorangetrieben. Mit dem gleichen hohen Tempo wie bei der Einführung von Loitering Munition‘.“