IMI-Studie 2026/6
Berlin – Stadt des Krieges?
Triebkräfte des Krieges in der Hauptstadt der Startups
Chris Hüppmeier (10.09.2026)
———————————————————————————————————
———————————————————————————————————
Die neue IMI-Studie „Berlin – Stadt des Krieges? Triebkräfte des Krieges in der Hauptstadt der Startups“ von Chris Hüppmeier kann wie immer gratis von unserer Internetseite heruntergeladen werden.
Damit wir in der Lage sind, unser Material gratis zur Verfügung zu stellen, sind wir dringend auf die Unterstützung unserer Mitglieder angewiesen. Wer uns dabei helfen will, findet hier alle erforderliche Informationen.
———————————————————————————————————
———————————————————————————————————
INHALTSVERZEICHNIS
1. Einleitung: Hauptstadt der Startups
2. Politik, Wirtschaft und Bundeswehr Hand in Hand: Tech Hub SVI Ost
3. Cluster-Aufbau: Von Drehtüren, Leuchttürmen und Prototypen
3.1. Tegel TXL: Ex-Flughafen als Start-Up Tummelplatz
3.2. Unter ferner liefen: Marienpark
3.3. Technologiepark Adlershof: Rolle der Berliner Hochschulen
3.4. European Space Hub
4. Stark Defence, Quantum Systems und Project A: Platzhirsche unter den Einhörnern
4.1. Faktor Seibel/Thiel: Quantum Systems
4.2. Strategisches Networking: CIH
Kriegswirtschaft: Der Run des Finanzkapitals auf die Rüstungsmilliarden
Fazit
Gesamte Studie hier herunterladen.
1. Einleitung: Hauptstadt der Startups
Zalando, Rocket Internet, Trade Republic – Namen aus der Welt der deutschen sogenannten „New Economy“. Einst als Berliner Startups gestartet, sind diese, sich gerne als Weltwunder an technologischem Fortschritt inszenierenden Unternehmen der Digital- und Plattformökonomie heute mächtige, börsennotierte und international agierende Größen ihrer Branche. Alle haben ihren Ursprung im Berlin der 2010er Jahre. Damals machte sich ein rot-roter Senat unter dem regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit auf, um Berlin zur „Hauptstadt der Startups“ auszubauen. Nichts weniger als das „deutsche Silicon Valley“ solle entstehen. An Superlativen hatte es den Stadtoberen schon damals nicht gefehlt.
Mit dem Aufbau eines umfassenden Startup-Ökosystems sollte aus der „Arm, aber sexy“-Hauptstadt der 00er Jahre eine „Global City“ mit 100.000 neuen Arbeitsplätzen werden. War der Slogan „Arm, aber sexy“ für einige ein gelungener Marketing-Gag, verhöhnte Wowereit damit real breite Teile der Berliner Bevölkerung, die zu Beginn des neuen Jahrtausends bei 20% Arbeitslosenquote und einer auseinanderfallenden Stadt ein unwürdiges Dasein fristeten – gerade die Menschen im Ostteil der Stadt, die durch ein Jahrzehnt tiefer westdeutscher Demütigung und radikalem Ausverkauf der Hauptstadt der DDR mit wenig Hoffnung in die Zukunft blicken konnten. Sie waren beim Startup-Hype und den damit lauthals versprochenen Arbeitsplätzen, dem Wirtschaftswachstum und Wohlstand sowieso nie mitgemeint.
In einem Artikel aus dem Jahr 2016 des MieterEchos1, der noch heute lesenswerten Zeitschrift der Berliner Mietergemeinschaft, beschreiben zwei Autoren den damals beginnenden „Hype“ um die „New Economy“. Seit die Politik entdeckt habe, „dass sich Berlin als Standort für Startups profilieren kann, konzentriert sie sich auf deren Anwerbung als vermeintliche Zugpferde wirtschaftlicher Entwicklung“. Die Rechnung vom Wohlstand und neuen Arbeitsplätzen ging auch nicht auf – im Gegenteil: Die entstandenen Jobs gibt es z. B. als Essenslieferant für den Online-Lieferdienst Lieferando – nicht selten angestellt über ein Subunternehmen, um grundlegende Arbeitsrechte zu umgehen und den Lohn durch Selbstausbeutung maximal herauszupressen. Wie auch sonst soll ein popeliges Start-up wachsen und einen Markt dominieren, wenn nicht durch verschärfte Ausbeutung seiner Angestellten?
Wie die Fliegen zum Misthaufen gehören international agierende Vermögensverwaltungen (Private-Equity) und Risikokapital-Fonds (Venture Capital) zur New Economy, die sich auch auf anderen Märkten bereichern: Es folgte ein bis heute andauernder radikaler Ausverkauf der Stadt. Ganze Kieze wurden plattgemacht und als „Betongold“ für das Kapital wieder aufgebaut, luxussaniert oder strategisch leerstehen gelassen, bis der nächste Höchstbietende „Investor“ die Rendite einstreicht. Steigende Mieten, Zwangsräumungen und Verdrängung sind die Folgen für die Mehrheit der Berliner. „Die fortschreitende Zersplitterung der Stadt, in der sich soziale Unterschiede immer weiter ausdifferenzieren und große Teile der Bevölkerung von der Teilhabe an der Gesellschaft ausgeschlossen sind, ist absehbar“, schlussfolgern die Autoren des MieterEchos in ihrem Artikel zum Startup-Hype jener Jahre – bis heute trägt der Berliner Senat sein Gütesiegel „europäische Startup-Hauptstadt“ vor sich her; ein Gütesiegel für eine gespaltene und marode Stadt. Doch damit nicht genug, kommt jetzt die Kriegswirtschaft.
Gesamte Studie hier herunterladen.