Quelle: Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V. - www.imi-online.de

IMI-Aktuell 2026/488

F-127: Preisdesaster

(27.08.2026)

Erst vor einiger Zeit wurde das Fregattenprojekt F-126 für viel Geld versenkt, die bereits investierten knapp 2 Mrd. Euro kann man wohl ganz oder zumindest weitgehend abschreiben (siehe IMI-Analyse 2025/31). Stattdessen sollen vier bis acht MEKO-200 angeschafft werden, kleinere Schiffe, die nun teurer werden als die ursprünglich für die F-126 vorgesehenen Kosten (siehe IMI-Aktuell 2026/375).

Ein noch größeres Desaster verspricht der Nachfolger, die F-127, zu werden. Hier wurde lange mit 26 Mrd. Euro für acht Schiffe gerechnet (siehe IMI-Aktuell 2025/683). Wie die Welt unter Berufung auf den Spiegel berichtet, würden aktuelle Schätzungen nun von über 40 Mrd. Euro ausgehen – mehr als 5 Mrd. Euro pro Schiff! Aus diesem Grund werde das Projekt nun im Verteidigungsministerium „intensiv betrachtet“, heißt es unter Berufung auf „Insider“.

Mit rund 12.000 Tonnen wäre die F127 größer als viele Zerstörer anderer Marinen. Daher war bereits Anfang des Monats ebenfalls in der Welt berichtet worden, es mehre sich die Skepsis, ob nicht ein Konzept verfolgt werden solle, das „deutlich kleiner, günstiger und weniger komplex ausfallen“ würde. Womöglich geht es dabei aber vor allem darum, vom Aegis-Gefechtsführungssystem des US-Herstellers Lockheed Martin umzusteigen: „Ein solcher Schritt könnte europäischen Anbietern von Radaren, Software und Flugkörpern neue Chancen eröffnen“, so die Welt. Jedenfalls werden für die neuerliche Preisprognose vor allem Kostensteigerungen des Aegis-Systems verantwortlich gemacht, was den Prolog für einen Umstieg auf ein europäisches System darstellen könnte.

Auch hier wurden bereits im Dezember 2024 mit 44,5 Mio. Euro erste Gelder für vorbereitende Arbeiten bewilligt (jw)

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Quelle: Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V. - www.imi-online.de