IMI-Aktuell 2026/340
Eppler-Kreis zu KI
(08.06.2026)
Der Erhard-Eppler-Kreis „Frieden 2.0“, der im wesentlichen von friedensbewegten Resten innerhalb der SPD getragen wird, hat angesichts der Warnungen des US-Unternehmens Anthropic vor einem „Kontrollverlust“ bei der KI-Entwicklung durch „rekursive Selbstverbesserung“ (RSI) eine kurze, aber eindringliche Analyse veröffentlicht. Darin wird zunächst beschrieben, was genau gemeint ist und bereits stattfindet. Kurz gesagt geht es darum, dass sich KI-Modelle selbst weiterentwickeln. Anschließend wird auf „vier Einwände, die nicht tragen“ eingegangen (das „Science-Fiction-Argument“, das „Marketing-Argument“, das „Standort-Argument“ und die „Bewusstseinsdebatte“).
Neben der damit angesprochenen Verleugnung entsprechender Gefahren attestiert das Papier der Debatte zwar einen wachsendes Problembewusstsein, kommt aber dann auf die Rahmenbedingungen zu sprechen, die eine Regulierung aktuell zwar umso wichtiger, aber auch unwahrscheinlicher machen:
„Den Kern bildet das Wettrüsten selbst. Verbindliche internationale Regeln gibt es nicht. Mustafa Suleyman argumentiert seit Langem, so wie das Automobil die Welt zu Verkehrsregeln gezwungen habe, brauche es sie auch hier. Max Tegmark bringt die Absurdität auf den Punkt: In den USA sei KI schwächer reguliert als ein Sandwich. Dagegen stehen Thiel und Andreessen. Andreessen deutet das KI-Rennen als neuen Kalten Krieg mit China, den der Westen gewinnen müsse. Thiel wendet sich offen gegen globale Steuerung und besteht darauf, die USA müssten ‚mit Volldampf‘ gegen China vorangehen — und räumt im selben Atemzug ein, eine KI, die ‚immer wieder bessere Versionen ihrer selbst‘ baue, werde ‚allem überlegen sein, was wir uns vorstellen können‘. So beschreibt der Gegner der Bremse genau jene Eigendynamik, die er bestreitet. Zugleich tobt auch innerhalb der USA ein ungehemmtes Rennen, getrieben weniger von Strategie als vom Ego einiger weniger — Musk, Zuckerberg, Thiel, Karp. Das Ergebnis ist ein allgemeines, gegenseitiges, ungehemmtes Wettrüsten: ein Dominanzspiel mit ungewissem Ausgang.“