IMI-Aktuell 2026/222
Reserve: Ende der Freiwilligkeit
(10.04.2026)
Die Reserve soll von aktuell rund 60.000 auf 200.000 Soldat*innen im Jahr 2033 anwachsen. Diesem Ziel dient die schon vor einigen Jahren eingeführte Grundbeordung, durch die Soldat*innen und nun auch Wehrdiensleistende nach Ausscheiden aus dem Dienst noch für mindestens sechs Jahre der Reserve zur Verfügung stehen müssen. Allerdings wird das dabei geltende Freiwilligkeitsprinzip mittlerweile immer offener in Frage gestellt. Dabei geht es um die Möglichkeit zur „doppelten Ablehnung“ einer Teilnahme an Übungen durch Soldat*in und Arbeitgeber*in. Bei n-tv wird dazu der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Thomas Röwekamp, zitiert: „Wir können uns in der aktuellen sicherheitspolitischen Lage keine Reserve leisten, die nur auf freiwilliger Basis funktioniert. […] Wenn wir die Bundeswehr ernsthaft stärken wollen, brauchen wir mehr Verlässlichkeit und Verbindlichkeit. […] Das doppelte Freiwilligkeitsprinzip führt heute dazu, dass wir im entscheidenden Moment nicht sicher planen können. Unsere Reserve muss im Ernstfall schnell verfügbar und einsatzbereit sein, dafür braucht es klare Verpflichtungen.“ (jw)