IMI-Aktuell 2026/205
„Vorherrschaft durch Chaos“?
(01.04.2026)
Sehr hart geht Marcus Schneider im von der Friedrich-Ebert-Stiftung herausgegebenen Journal für Internationale Politik und Gesellschaft (IPG) mit der israelischen Außenpolitik ins Gericht und vermutet dahinter eine bewusste Strategie, die eigene Vorherrschaft dadurch zementieren zu wollen, dass man in der gesamten Region Chaos entfache:
„Der Angriff auf Iran ist untrennbar verbunden mit dem Ziel, eine einzige Souveränität between the river and the sea aufrechtzuerhalten. Die Perpetuierung der Besatzung und die Umsetzung sehr viel weitergehender Ziele sind dauerhaft nur möglich, wenn Chaos in der Region vorherrscht. […] Die syrischen Drusen werden zur Sezession ermuntert, die Unabhängigkeit von Kurden, Südjemeniten und von Somaliland wird propagiert. Die Obsession mit der ethnischen Vielfalt Irans läuft daraus hinaus, diesen Staat, jenseits der Beseitigung des derzeitigen Regimes, zu schwächen. […] Was Israels aktuelle Regierung betreibt, ist eine strategische Destabilisierung der ganzen Region. Damit ist das Land Avantgarde der neuen, von Präsident Trump eingeläuteten Weltordnung, in der Grenzen, Souveränitäten und Völkerrecht nichts mehr zählen.“