IMI-Aktuell 2026/062
Atomare Keule
(30.01.2026)
Und die nächste atomare Sau wird durchs Dorf getrieben – ntv zitiert mehrere Forderungen nach deutschen bzw. europäisierten Atomwaffen: „‘Deutschland braucht eigene taktische Atomwaffen‘, forderte Frank Pieper, Brigadegeneral der Bundeswehr, im ‚Stern‘. Immer wieder hole der russische Präsident Wladimir Putin ‚die nukleare Keule‘ gegenüber den Europäern heraus. Pieper, der auch Direktor Strategie an der Führungsakademie der Bundeswehr ist, betonte, die Äußerungen wegen der Sensibilität des Themas als Privatperson und Staatsbürger zu machen. ‚Die nukleare Frage ist der Kern der nationalen Souveränität eines Staates. Auch Deutschland muss sich dieser Frage stellen‘, forderte auch Harald Biermann, Präsident der Stiftung Haus der Geschichte in Bonn. […] ‚Wir müssen dringend über den Schutz Deutschlands durch eigene oder europäische Atomwaffen reden‘, mahnt Joachim Krause, der lange am Institut für Sicherheitspolitik der Universität Kiel lehrte.“
Überaus interessant ist auch, dass im Artikel dann auch offen der – früher gerne geleugnete – Zweck der Anlage in Gronau eingeräumt wird: „In Fachkreisen wird die Entwicklung deutscher Atombomben als machbar angesehen. ‚Technisch gesehen wäre der Bau einer deutschen Atombombe kein Problem‘, sagte Rainer Moormann, der als Chemiker mehr als drei Jahrzehnte am Forschungszentrum Jülich zur Nukleartechnik forschte. In der Anreicherungsanlage Gronau werde schon Uran angereichert, führte er weiter aus. Um dort waffenfähiges Material herstellen zu können, sei nur ein überschaubarer Umbau der Anlage nötig.“ (jw)