IMI-Aktuell 2025/611
Kamikaze-Drohnen für BW: Israels Elbit?
(10.11.2025)
Die besonders innerhalb der SPD Jahre andauernde politische Debatte um eine Anschaffung von bewaffneten Drohnen (ob oder nicht) endete kürzlich abrupt mit einem klaren und indiskutablem „Ja“ von allen Seiten und die Medien berichten täglich Details, welche Firmen dabei nun bedacht bzw. in Erwägung gezogen würden. Lange waren besonders Helsing, Stark und Rheinmetall im Gespräch. Eine Drohne von Stark schien kürzlich in einem Test nicht besonders gut abzuschneiden. Jedenfalls seien, wie es aus dem Verteidigungsministerium (BMVg) gegenüber der Süddeutschen Zeitung geäußert wurde, „Verträge für den Kauf von begrenzten Mengen von Loitering Munition mit dem Zwecke einer Zertifizierung/Qualifizierung mit mittlerweile drei Herstellern abgeschlossen“ worden. Letztendlich muss bei dem 900 Millionen Euro umfassenden Auftrag jedoch der Bundestag dies Absegnen, wie bei allen Anschaffungen über 25 Millionen Euro.
Mit Elbit Systems scheint erstmalig ein nicht-deutscher Produzent auf das Tablett zu kommen. Laut einer Recherche von Correctiv, denen interne Unterlagen des BMVg dazu vorliegen, seien im August 700 Millionen Euro für Loitering Munitions (wie solche autonomen Waffensysteme auch genannt werden) veranschlagt worden. Dies sei auch einer der 320 Posten auf der insgesamt 377 Milliarden Euro schweren Wunschliste der Bundeswehr gewesen.
Gegen Elbit Systems gibt es, besonders vor den Niederlassungen des deutschen Tochterkonzerns, wo auch rund 10% der Wertschöpfung für diesen Auftrag liegen solle, immer wieder Protest wegen der nahen Zusammenarbeit des Mutterkonzerns mit den mutmaßlich einen Genozid verübenden israelischen Streitkräften. Elbit liefert rund 85% derer Drohnen und einen ähnlichen Anteil am Bodenequiptment und wirbt mit der laufenden Fortentwicklung seiner Produkte in diesem Einsatz in der operativen Ebene. (pf)