Quelle: Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V. - www.imi-online.de

IMI-Aktuell 2025/486

Rheinmetall: Proteste gegen Rüstungschampion

(27.08.2025)

Pünktlich zum gestrigen Beginn des Rheinmetall entwaffnen Camps in Köln weiht das Unternehmen heute in Unterlüß eine neue Munitionsfabrik ein. Dort sollen künftig bis zu 350.000 155-Millimeter-Geschosse jährlich produziert werden. Wie praktisch für das Unternehmen, dass sich deren Preis in den letzten Jahren von 2.000 auf 8.000 Euro vervierfacht hat, wie euractiv jüngst berichtete. Kein Wunder, dass der Gewinn des Unternehmens 2024 vor Steuern bei knapp 1,5 Milliarden Euro lag – ein Plus von 61 Prozent, wie der NDR berichtet. German-Foreign-Policy.com ergänzt, Rheinmetall wolle seinen Umsatz von 9,8 Mrd. Euro 2024 auf 50 Mrd. Euro bis 2030 steigern, was Stand heute Platz zwei im weltweiten Rüstungsranking wäre. Konzernchef Armin Papperger konstatierte nüchtern, Rheinmetall sei auf dem Weg, „ein globaler Rüstungschampion zu werden“.

Apropos Papperger, der immer profilierter in der deutsche Debatte präsent ist (siehe IMI-Studie 2024/01). Der Versuch, eine Demonstration vor Pappergers Wohnhaus in Meerbusch zu verbieten scheiterte nun ebenso wie generell das Rheinmetall entwaffnen Camp zu untersagen. Ein vorheriges Verbot der Polizei wurde vom Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster am Samstag einkassiert. (jw)

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Quelle: Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V. - www.imi-online.de