IMI-Aktuell 2025/405
Correctiv: Für Aufrüstung
(17.07.2025)
„CORRECTIV ist ein gemeinwohlorientiertes Medienhaus, das Demokratie stärkt“, so steht es bei „über uns“ auf der Homepage des gemeinnützigen Unternehmens. Auf der Startseite von Correctiv finden sich aktuell jedoch zwei „Recherchen“ die im Stil des engagierten Journalismus letztlich für mehr bzw. eine effizientere Aufrüstung trommeln.
Unter dem Titel „Platznot bei der Truppe? Neue Soldaten, aber nicht genug Betten“ wird aufgedeckt, dass die Bundeswehr nicht genug Unterkünfte für die 80.000 zusätzlichen Soldaten baue, die sie vermeintlich rekrutieren wolle. Fazit:
„Für den Neuaufbau der Bundeswehr in einer Größe, wie der Verteidigungsminister und die NATO es fordern, braucht es weitaus mehr Zeit, Geld und gezielte Programme zur Nachwuchsgewinnung als derzeit geplant ist. Ein Umstand, der hinter markigen politischen Lippenbekenntnissen oft vergessen wird. Wie die Regierung einen massiven Personalaufwuchs der Bundeswehr konkret bewerkstelligen möchte, bleibt damit weiterhin unklar.“
Die zweite „Recherche“ („Bundeswehr verschwendet Millionen: 3D-Druck ohne Plan, ohne Wirkung„) gibt im Wesentlichen einen „Bericht, der CORRECTIV vorliegt,“ wieder – den der Bundesrechnungshof allerdings in seinen „Bemerkungen 2024“ bereits im Mai 2025 veröffentlicht hat. Hier liegt das Problem (aus antimilitaristischer Sicht) weniger in der „Recherche“ von Correctiv, als im Bericht vom Bundesrechnungshof selbst. Dort wird der Bundeswehr vorgeworfen, bei der Einführung des 3D-Drucks „planlos“ – und letztlich zu zögerlich – zu agieren. Auch aus rüstungskritischer Perspektive ist hier eher der Rechtfertigung von Bundeswehr bzw. BMVg zuzustimmen, dass die Einführung neuer, „disruptiver“ Technologien nun mal Zeit braucht und Erprobung im kleinen Maßstab. Entsprechende Kenntnisse über militärisches Beschaffungswesen sollte man zumindest beim Bundesrechnungshof voraussetzen.
Insgesamt scheint der „gemeinwohlorientierte“ Journalismus von Correctiv aktuell auch darauf ausgerichtet, das BMVg zu einer noch schnelleren Aufrüstung und Herstellung der „Kriegstüchtigkeit“ zu drängen und (gut begründbare) Verzögerungen als kleine Skandale zu inszenieren.