Quelle: Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V. - www.imi-online.de

IMI-Aktuell 2023/173

Iran & Saudi-Arabien in China

(14.03.2023)

Die beiden Regionalmächte Iran und Saudi-Arabien nehmen nach geheimen Verhandlungen in Beijing die diplomatischen Beziehungen wieder auf, die sieben Jahre auf Eis lagen, und wollen innerhalb von zwei Monaten ihre Botschaften im jeweils anderen Land wieder eröffnen. Die beiden Länder stehen sich in einem der blutigsten Konflikte der letzten Jahre indirekt gegenüber. Im Jemen steht Saudi-Arabien hinter der anerkannten Regierung und intervenierte zusammen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ägypten, Marokko und anderen arabischen Staaten immmer wieder auch mit Luftschlägen und Bodentruppen gegen die Huthi-Rebellen, die nach Angaben ersterer vom Iran (und Katar) finanziert würden.

Diese beiden Regionalmächte zu versöhnen war Chinas erster großer diplomatischer Erfolg in der Region und einer, den die Weltmacht USA kaum hätte vollbringen können, da sie ein enger Verbündeter Saudi-Arabiens ist aber keine guten Beziehungen zum Iran unterhält. Die Entwicklungen wurde von fast allen Ländern der Region begrüßt, so Trita Parsi vom Quincy Institute for Responsible Statecraft gegenüber DemocracyNow!, jedoch nicht von Israel, dass verfeindet mit dem Iran ist und in Kürze mit Saudi Arabien über eine Normalisierung der Beziehungen im Rahmen der von den USA gesponsorten Abraham Accords verhandelt. Die USA gestand verhalten zu, „alle Bemühungen, die Spannungen in der Gegend abbauen“, zu unterstützen zweifelte jedoch an, dass der Iran seine Verpflichtungen erfüllen würde. China plant mit einem Treffen des Irans mit dem Golf Cooperation Councils in China auf dem diplomatischen Erfolg aufzubauen.

Erneuerte diplomatische Beziehungen zwischen den beiden Unterstützern der zwei Kriegsparteien im Jemen lassen hoffen, dass der aktuelle Waffenstillstand wieder erneuert wird und weitere Verhandlungen zum Abbau der Spannungen die Lebensumstände der Menschen im Jemen verbessern könnte und die „größte Katastrophe der Welt“, wie die UN die Hungersnot dort schon nannte, ein Ende haben könnte. (pf)

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Quelle: Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V. - www.imi-online.de