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IMI-Aktuell 2019/029

IT-Studium: Militär und Geheimdienste

(15. Januar 2019)


Um den Bedarf an IT-Kräften für Militär und Nachrichtendienste zu decken, sei am Montag ein neuer Studiengang „Master of Intelligence and Security Studies“ an der Hochschule der Bundeswehr und der Universität München gestartet worden, berichtet Golem.de: „Bundeswehr und deutsche Nachrichtendienste haben einen eigenen Studiengang für IT-Experten begonnen. Der Studiengang Master of Intelligence and Security Studies (MISS) sei am Montag an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung und der Universität der Bundeswehr München gestartet, teilte die Bundesregierung mit. […]Die Bundeswehr [solle] 50 Studenten stellen, der BND 10  […]. Zudem stünden weitere Studienplätze dem Bundesamt für Verfassungsschutz und dem Militärischen Abschirmdienst zur Verfügung.“ (jw)

IMI-Aktuell 2019/028

Ukraine: Desolater Zustand

(15. Januar 2019)


In der Januar-Ausgabe der Blätter für deutsche und internationale Politik (S.81-90) beschreibt der Journalist Paul Simon die aktuelle Situation in der Ukraine als desolat. Sie sei durch wirtschaftliche Schwäche, Klientelismus und aggressiven Nationalismus geprägt. Damit widerspricht er westlichen Einschätzungen, die in letzter Zeit Fortschritte in dem Land diagnostizierten: „Die Ukraine brauchte fast 20 Jahre, um auch nur das Bruttosozialprodukt der Sowjetzeit wieder zu erreichen. Und sie brauchte eine Revolution und Jahre der vom Internationalen Währungsfonds […] erzwungenen Reformen, bis sich auch westliche Investoren zuversichtlich zeigten. In deren Augen ist die Ukraine endlich open for business. […] Allerdings stellt sich die Frage, wie viele Bewohner des Landes dem Satz [des Präsidenten der deutsch-ukrainischen Handelskammer] zustimmen würden, sie leben in der ‚besten Ukraine, die es je gegeben hat‘ (S.83)“. Den schlechten Zustand des Landes versucht laut Paul Simon v.a. Präsident Petro Poroschenko durch aggressive Rhetorik (mit Fokus auf Sicherheits- und Identitätspolitik) zu verschleiern, um noch irgendwie einen Sieg bei den Präsidentschaftswahlen im März zu erreichen (seine Umfragewerte stehen sehr schlecht). (mp)

IMI-Aktuelll 2019/027

Bundeswehr: Einsatzkosten

(15. Januar 2019)


Schon Ende letzten Jahres beantwortete die Bundesregierung Fragen der Linken nach den Einsatzkosten der Bundeswehr. Seit 1992 sollen insgesamt 423.907 Soldaten in Einsätze geschickt worden sein. An sogenannten „einsatzbedingten Mehrkosten“ sollen dafür 19,423 Mrd. Mio. Euro angefallen sein. Hinzu kämen noch 1,825 Mrd. Euro für „die Einsätze in Südosteuropa (insbesondere SFOR und KFOR) Ausgaben zur personellen, ausbildungsmäßigen und materiellen Befähigung“ sowie 352,7 Mio. Euro für Ausgaben, „die aufgrund ihrer Natur keinem konkreten Einsatz zugeordnet werden können.“ Wie bereits mehrfach erwähnt, handelt es sich hierbei aber lediglich um die Spitze des Eisbergs, die tatsächlichen Einsatzkosten dürften, wie eine Rechnung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung ergab, etwa um den Faktor 2,5 bis 3 höher liegen (siehe IMI-Standpunkt 2010/018). (jw)

IMI-Aktuell 2019/026

Iran: Einsatzoptionen

(14. Januar 2019)


Das Wall Street Journal berichtete gestern, der Nationale Sicherheitsrat habe Ende letzten Jahres das Pentagon angewiesen, militärische Einsatzoptionen gegen den Iran zu erarbeiten: „President Trump’s National Security Council asked the Pentagon to provide the White House with military options to strike Iran last year, generating concern at the Pentagon and State Department, current and former U.S. officials said.” (jw)

IMI-Aktuell 2018/025

Britannien: Neue Basen?

(14. Januar 2019)


Schon länger will das britische Militär seine Präsenz „östlich von Suez“ (siehe IMI-Analyse 2013/16) wieder deutlich auszubauen. In dieses Bild passt die Ankündigung, nicht nur in der Karibik, sondern auch in Südostasien neue Militärstützpunkte errichten zu wollen, was von Russland nun scharf kritisiert wurde. Radio Free Europe (via Bpb-Newsletter) schreibt: „British Defense Minister Gavin Williamson told the Sunday Telegraph in December that Britain could establish the new military bases ‚within the next couple of years‘ after the country leaves the European Union. Williamson said the expansion would be part of a strategy for Britain to become a ‚true global player‘ after Brexit. (…) Speaking on January 11, Russian Foreign Ministry spokeswomen Maria Zakharova said Williamson’s comments were baffling and warned that such plans could destabilize world affairs. ‚Of course, Britain like any other country is independent when it comes to its military construction plans. But against the backdrop of overall rising military and political tensions in the world … statements about the desire to build up its military presence in third countries are counterproductive, destabilizing, and possibly of a provocational nature‘.” (jw)

IMI-Aktuell 2019/024

Microsoft: Pentagon-Auftrag

(14. Januar 2019)


Die junge Welt berichtet über einen üppigen Auftrag, den das Pentagon soeben an Microsoft vergeben haben soll: „Der US-Softwarekonzern Microsoft hat einen milliardenschweren Auftrag der Regierung erhalten. Der Fünfjahresvertrag habe einen Wert von 1,76 Milliarden Dollar, wie das US-Verteidigungsministerium am Freitag in Washington (D. C.) mitteilte. Microsoft solle Dienstleistungen für das Militär, die Küstenwache und die Nachrichtendienste bereitstellen, erklärte das Pentagon.“ (jw)

IMI-Aktuell 2019/023

USA & Russland: Einflusssphären

(13. Januar 2019)


In einem Artikel für das Magazin The National Interest fordert der Politologe Ted Galen Carpenter von der US-Regierung, ihre Politik gegenüber Russland zu überdenken. Anlass für diese Forderung ist die Intensivierung der Beziehungen zwischen Russland und Venezuela (Russland hat das Regime von Nicolás Maduro zuletzt mit neuem militärischem Gerät ausgestattet und ist darum bemüht, dessen wirtschaftliche Probleme zu mildern, siehe dazu auch die IMI-Analyse 43/2017). Laut Ted Galen Carpenter lässt sich eine solche Einmischung in der Nähe der Vereinigten Staaten nur verhindern, wenn die NATO ihre Aktivitäten in der Nähe der russischen Grenze einstellt. Er spricht sich für eine Rückkehr zu einer klassischen Politik der Einflusssphären aus, bei der einigen Großmächten die Kontrolle über bestimmte Regionen zustehen. (mp)

IMI-Aktuell 2019/022

Untersuchungs-ausschuss

(12. Januar 2019)


Die WAZ-Mediengruppe berichtet darüber, dass nächste Woche ein -Untersuchungsausschuss wegen der  Berateraffäre eingesetzt werden soll: „FDP, Linkspartei und Grüne haben sich nach Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) nun auch formell auf die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zur Berateraffäre des Bundesverteidigungsministeriums geeinigt. Ausdrücklich in den Fokus genommen wird dabei auch die Verantwortung von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU).“ (jw)

IMI-Aktuell 2019/021

Systemwettbewerb

(12. Januar 2019)


Die Vorstellung einer fundamentalen Konkurrenz neoliberaler und staatskapitalistischer Systeme ist tief verwurzelt und bildet einen wichtigen Grund für die zunehmenden Rivalitäten unter den Großmächten (siehe IMI-Studie 2015/6). Auch in einem neuen BDI-Papier, aus dem Spiegel Online zitiert, heißt es: „Zwischen unserem Modell einer liberalen, offenen und sozialen Marktwirtschaft und Chinas staatlich geprägter Wirtschaft entsteht ein Systemwettbewerb.“ (jw)

IMI-Aktuell 2019/020

VJTF: deutsche Führung

(11. Januar 2019)


Die deutschen Streitkräfte haben seit dem 1. Januar 2019 die Führung über die Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) der NATO inne. Im Rahmen der VJTF sollen innerhalb kürzester Zeit 8.000 Soldat*innen nach Osteuropa verlegt werden können. Dabei handelt es sich um multinationale Truppen aus dem Land-, See-, Luft- und Spezialkräftebereich. Innerhalb von höchstens 72 Stunden muss diese „Speerspitze“ verlegbar sein. Die Bundeswehr stellt 4.000 dieser Kräfte.

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