» IMI-Aktuell

IMI-Aktuell 2019/663

US-Basen: Rechnung

(18. November 2019)


Foreign Policy zufolge verlangen die USA von Japan eine Vervierfachung der bisherigen „Zuschüsse“ zu den im Land stationierten US-Soldaten. Auch Südkorea soll künftig deutlich mehr bezahlen: „The administration has asked Tokyo to pay roughly four times as much per year to offset the costs of stationing more than 50,000 U.S. troops there, current and former U.S. officials familiar with the matter told Foreign Policy. […] Under Japan’s special measures agreement, which expires in March 2021, Tokyo currently pays roughly $2 billion to offset the cost of 54,000 U.S. troops there […]. The officials confirmed that during that same trip [in July], Bolton and Pottinger made a similar demand of South Korea, which hosts 28,500 U.S. troops, asking Seoul to pay five times as much as it currently does [$1 bn].“ (jw)

IMI-Aktuell 2019/662

Einsätze: Tacouba und Indo-Pazifik

(17. November 2019)


In ihrer Grundsatzrede Anfang November kündigte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer unter anderem neue Bundeswehr-Einsätze an (siehe IMI-Analyse 2019/37b). Spiegel Online zufolge würden die derzeit ausgeplant, ein Einsatz einer Fregatte im Indo-Pazifik stoße aktuell auf Widerstand im Kanzleramt. Der Einsatz von Spezialkräften in Mali scheint aber bereits beschlossene Sache zu sein: „Im Zuge der Mission ‚Tacouba‘ (‚Säbel‘) sollen ab dem kommenden Jahr malische Soldaten zu Spezialkräften ausgebildet werden. […] Für den deutschen Beitrag im Kampf gegen den Terrorismus in Mali könnten bis zu 500 deutsche Soldaten der Bundeswehr entsandt werden, darunter auch Trainer des ‚Kommandos Spezialkräfte‘. Noch umstritten ist der Plan, eine deutsche Fregatte ins Südchinesische Meer oder die 180 Kilometer breite Meerenge zwischen Taiwan und dem chinesischen Festland zu entsenden.“ (jw)

IMI-Aktuell 2019/661

CARD: Phase II

(17. November 2019)


Sie soll zu einer der drei tragenden Säulen der sich herausbildenden EU-Rüstungsunion werden: In der Jährlichen koordinierten Überprüfung der Verteidigungskapazitäten“ (CARD) sollen Fähigkeitslücken identifiziert werde, um sie dann im Rahmen von Projekten der „Ständigen Strukturierten Zusammenarbeit“ (PESCO) zu schließen, die vom „Europäischen Verteidigungsfonds“ (EVF) finanziert werden sollen. Laut Bruxelles2 (Paywall) ist eine erste Überprüfungsphase abgeschlossen, Ergebnisse sollen im Frühjahr präsentiert werden (übersetzt mit www.DeepL.com/Translator): „Der Pilotversuch, der 2018 eingeleitet wurde, und die Sammlung von Informationen aus den Mitgliedstaaten sind abgeschlossen. Die CARD (auch bekannt als die jährliche koordinierte Überprüfung der Verteidigung) geht in die zweite Phase. […] Die [EU-Verteidigungs-]Agentur kündigt die Veröffentlichung einer ersten Analyse der Ergebnisse der 27 bilateralen Abkommen im Frühjahr 2020 an. Der Schwerpunkt liegt auf der Kohärenz, dem obersten Ziel der europäischen Verteidigung, wie ihre Experten betonen. Diese Überprüfung wird ‚Informationen liefern, um ein vollständiges Bild der transeuropäischen und europäischen Verteidigung zu erhalten und zu versuchen, Wege vorzuschlagen, wie die Fähigkeiten in Zukunft kohärenter gestaltet werden können‘.“ (jw)

IMI-Aktuell 2019/660

Defender 2020: Infografik

(16. November 2019)


Im April und Mai 2020 sollen beim Großmanöver Defender 2020 20.000 US-Soldaten von den USA u.a. über Deutschland bis an die Grenze zu Russland verlegt werden (siehe IMI-Standpunkt 2019/046). Eine neue Infografik des USEUCOM zeigt die diversen hier aktuell geplanten Routen. Wer Interesse an kontinuierlichen Infos zu Defender 2020 hat, kann sich per Mail an gegendenneuenkaltenkrieg@riseup.net in einem Verteiler anmelden. (jw)

IMI-Aktuell 2019/659

Rekrutierung: Pop-Up Lounge

(15. November 2019)


Um an Rekruten zu kommen, geht die Bundeswehr immer neue Wege, den jüngsten beschreibt die tz folgendermaßen: „Die Bundeswehr sucht nach Nachwuchs – und geht bei der Rekrutierung neuer Kräfte aufsehenerregende Wege. Am 16. November 2019 eröffnet in den Pasing Arcaden die bundesweit erste „Pop-Up-Karriere-Lounge“. […] In einem temporär angemieteten Raum sollen ausgebildete Berater von Montag bis Samstag für Fragen rund um die Bundeswehr bereitstehen. Laut Pressemitteilung soll die „Pop-Up-Lounge“ von 9.30 bis 20 Uhr geöffnet sein.“ (jw)

IMI-Aktuell 2019/658

BMVg: Organigramm

(15. November 2019)


Beim Behördenspiegel erschien ein Organigramm (S. 11/12) der Bundeswehr-Leitungsebenen. (jw)

IMI-Aktuell 2019/657

Bundeswehr vs. Windräder

(14. November 2019)


Der NDR berichtet von einem Gerichtsurteil des Oberverwaltungsgerichts in Lüneburg. Dort hatte die Bundeswehr am Mittwoch letztinstanzlich einen Rechtsstreit gegen eine Windkraft-Firma gewonnen. Diese wollte nahe Hameln drei Windkrafträder zur Stromerzeugung bauen – die Kabel seien bereits verlegt. Die Stadt Hameln stand auf der Seite der Windräder und hatte versucht die Bundeswehr zu überzeugen, ihre Trainingsstrecke für Tiefflüge mit dem Hubschrauber leicht zu verlegen. Dies wurde allerdings abgelehnt und vor Gericht durchgefochten. „Alexander Heidebroek von der Landwind GmbH nannte das Verhalten der Bundeswehr auf Nachfrage von NDR 1 Niedersachsen „armselig“ und klimaschädigend.“ (mk)

IMI-Aktuell 2019/656

PESCO-Zugang: Ergebnislos

(14. November 2019)


Die Frage, wie leicht oder wie schwer es Drittstatten gemacht werden soll, sich in PESCO-Rüstungsprojekte einzuklinken, ist augenscheinlich schwer umstritten. Laut Bruxelles2 (Paywall) verlief auch ein jüngstes Treffen, obwohl in der Presse immer wieder von einer Einigung berichtet wurde, ergebnislos. Das Portal nennt dabei neben Frankreich auch noch Griechenland und Zypern als die Länder, die einen Zugang möglichst beschränkt halten wollen. Am anderen Ende werden vor allem die Niederlande und Schweden genannt. (jw)

IMI-Aktuell 2019/655

Okinawa: Vergiftet

(14. November 2019)


Pet Elder berichtet bei worldbeyondwar.org über die schwere Umweltverschmutzung, die die US-Präsenz auf der japanischen Insel Okinawa hinterlassen hat: “It has been three years since we heard the news from the Okinawa Prefectural Government that the rivers and the groundwater around the U.S. military’s Kadena Air Base were polluted with deadly PFAS chemicals. […]The detailed map from the Informed-Public Project above, shows PFOS/PFOA contamination in ground water along the Hija River adjacent to Kadena Air Base reaching 2,060 parts per trillion (ppt), i.e., PFOS 1900 plus PFOA 160.” (jw)

IMI-Aktuell 2019/654

Tor zur Ostsee (II)

(13. November 2019)


Die Ostsee spielt in den strategischen Erwägungen der Bundeswehr eine immer größere Rolle (siehe IMI-Analyse 2019/33). Dadurch gewinnt auch der Ärmelkanal als – in den Worten der Marine “Tor zur Ostsee” – weiter an Bedeutung (siehe IMI-Aktuell 2019/623). Nun berichtet die Marine, es sei zu einer Vereinbarung zwischen Vertretern von acht europäischen Marinen gekommen, mit der faktisch das „Channel Committee“ der NATO wiederbelebt worden sei: „Mit der Verabschiedung einer gemeinsamen Erklärung für engere militärische Kooperation unterstreichen die ordentlichen Mitglieder des Channel Committee, kurz CHANCOM, unter Vorsitz des Inspekteurs der Marine, Vizeadmiral Andreas Krause, die strategische Bedeutung von Englischem Kanal und Nordsee für die Landes- und Bündnisverteidigung.“ (jw)

Ältere IMI-Aktuells
Neuere IMI-Aktuelles