IMI-Aktuell 2019/352

DGAP-Enders: Deutsches Wegducken?

von: 20. Juni 2019

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Enders: DGAP

Am 13. Juni wurde Ex-Airbus Chef Tom Enders zum neuen Chef der „Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik“ (DGAP) gewählt (siehe IMI-Standpunkt 2019/22). Frisch im Amt nutzte er gleich die Gelegenheit, um der Bundesregierung insbesondere in Sachen Höhe des Rüstungshaushaltes die Leviten zu lesen. In der Welt wird er dabei nun als DGAP-Sprachrohr und nicht als Rüstungslobbyist ausgewiesen: „Gerade erst zum Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik gewählt, geht der frühere Airbus-Chef Tom Enders mit der deutschen Außenpolitik hart ins Gericht. […] Das ‚deutsche Wegducken bei den Militärausgaben‘ beschädige nicht nur die Glaubwürdigkeit der Nato, sondern auch das Ziel einer gemeinsamen europäischen Außen- und Sicherheitspolitik, sagte Enders der Zeitschrift ‚Internationale Politik‘, die von der DGAP herausgegeben wird. ‚Unser Zögern schwächt uns in ganz anderen außenpolitischen Bereichen, in denen wir mitgestalten wollen.‘“

Im IP-Interview selber findet sich dann auch noch der folgende charmante Absatz: „Ein Land, das vorgibt, keine nationalen Interessen zu haben, aber ständig auf einem hohen moralischen Ross daherkommt und sozusagen wie ein Vegetarier die Notwendigkeit militärischer Mittel in einer Welt voller Fleischfresser ignoriert, wie das Sigmar Gabriel einmal so schön formuliert hat, ist nur begrenzt kooperations- und partnerschaftsfähig. Eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik für Europa wird daraus jedenfalls nicht.“ (jw)

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