[0539] Studie: Sportsoldaten / Twitter

von: 13. Mai 2019

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Online-Zeitschrift „IMI-List“
Nummer 0539 ………. 22. Jahrgang …….. ISSN 1611-2563
Hrsg.:…… Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V.
Red.: IMI / Jürgen Wagner / Martin Kirsch
Abo (kostenlos)…….. IMI-List-subscribe@yahoogroups.com
Archiv: ……. http://www.imi-online.de/mailingliste.php3
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Liebe Freundinnen und Freunde,

in dieser IMI-List findet sich

1.) der Hinweis auf Twitter;

2.) der Hinweis auf die neu erschienene IMI-Studie zum Thema Sportsoldat_innen und Sportförderung.

1.) Twitter:

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2.) Studie: Spitzensport und militärische Sportförderung

Militarisierung durch Spitzensport
Die Spitzensportförderung der Bundeswehr
https://www.imi-online.de/download/IMI-Studie2019-2-Sport-Web.pdf
von Lisa Klie

INHALTSANGABE
Historische Einordnung – 2
Zahlen & Fakten – 3
SportsoldatInnen – 4
#karriereförderung – 4
#alternativlosigkeit – 5
#gender(un)gleichheit – 6
#rekrutierungsmedium – 7
#binnenwirkung – 8
Spitzensportförderung in Sportevents – 9
#olympia – 9
#paralympics und invictus games – 9
#kinderrekrutInnen durch Sportevents – 10
Interessen & Auswirkungen – 11
Fazit – 12
#ausblick – 13
Quellenangaben – 14

Zu gesamten Studie hier: https://www.imi-online.de/download/IMI-Studie2019-2-Sport-Web.pdf

EINLEITUNG

Februar 2019, der amerikanische Superbowl ist gerade vorbei. Es war wieder einmal ein Schauspiel militärischer Präsenz, bezahltem Patriotismus und fortlaufender Akzentuierung der Tätigkeiten des amerikanischen Militärs, welches allein zwischen 2012 und 2015 53 Millionen USD in Marketing und Werbeverträge mit Sportverbänden investierte, 10 Millionen gingen dabei an die National Football League.[1] Die starke Verbindung zwischen Militär und Sport, wie sie beim Highlight-Event des amerikanischen Football zu sehen ist, ist allerdings längst auch in der deutschen Spitzensportkultur keine Seltenheit mehr.

Gerade die Olympischen Spiele werden zunehmend zu Militärfestspielen – Grund dafür ist unter anderem der vermehrte Einsatz der SportsoldatInnen der Bundeswehr. Bei den Winterspielen in Pyeongchang 2018 waren 60 von 154 TeilnehmerInnen SportsoldatInnen. Die Spitzensportförderung der Bundeswehr dominiert bei den verschiedenen Förderungsmöglichkeiten und sorgt für anhaltende Diskussionen seit der Implementierung des Spitzensports in die Bundeswehr.

Diese Studie möchte aufzeigen, wie eng der deutsche Spitzensport mit dem Militär verbunden ist und wie die Bundeswehr den Sport als Rekrutierungsmedium benutzt. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit die Auswirkungen der Spitzensportförderung und deren Defizite eine Militarisierung forcieren.

Durch die historische Einordnung wird verdeutlicht, weshalb eine Remilitarisierung durch den Spitzensport kritisch zu betrachten ist. Darauffolgend werden die wichtigsten Zahlen und Fakten übersichtlich dargestellt, um einen Überblick über die aktuelle Spitzensportförderung der Bundeswehr zu geben.

Anschließend konzentriert sich diese Studie auf das Konzept der SportsoldatInnen und deren Förderung durch die Bundeswehr. Hierbei wird erstens die fehlende Karriereförderung bei SpitzensportlerInnen innerhalb der Bundeswehr betrachtet – auch wenn eine Karriereförderung innerhalb der Bundeswehr mit Aussicht auf den Beruf als SoldatIn kritisch zu betrachten ist. Zweitens wird kritisch auf die fehlenden Alternativen für eine Spitzensportförderung außerhalb der Bundeswehr eingegangen.

Die Bundeswehr zählt zum größten Sportförderer Deutschlands, weshalb die dort bestehenden Strukturen zumindest eine berufliche Ausbildung der SpitzensportlerInnen während oder nach der Förderung ermöglichen sollten. Diese Strukturen sind nur unzureichend vorhanden, weshalb umso dringender die Fragen nach alternativen Förderungsmöglichkeiten geklärt werden müssen.

Auffallend ist zudem die deutlich geringere Anzahl von Frauen bei der Spitzensportförderung der Bundeswehr. Gerade einmal 255 von 692 Förderplätzen sind von Frauen besetzt. Diese Geschlechterungleichheit verstärkt das ohnehin schon bestehende Geschlechterkonstrukt von Frauen und Männern im Sport und in der Bundeswehr. Es ist überdies kritisch zu betrachten, dass Frauen in die patriarchalen Strukturen des Militärs gedrängt werden, um ausreichende Sportförderung zu erlangen, denn innerhalb eines männerdominierten Instruments kann keine gleichberechtigte Spitzensportförderung geschehen. Die kritische Betrachtung der Geschlechterungleichheit erfolgt im dritten Abschnitt über die SportsoldatInnen.

Darüber hinaus werden SportsoldatInnen von der Bundeswehr ganz bewusst als Rekrutierungsmedium verwendet. Wie die Bundeswehr sie als Werbeträger und Rekrutierungsmedium instrumentalisiert, wird in dieser Studie im vierten Teil des Kapitels der SportsoldatInnen genauer betrachtet. Dazu gehört ebenfalls die Funktion der SportsoldatInnen als militärische WertevermittlerInnen für die Gesellschaft, die im fünften Teil erläutert wird.

Der nächste Abschnitt dieser Studie beschäftigt sich mit der Frage, wie die Spitzensportförderung der Bundeswehr Einfluss auf verschiedene Sportevents nimmt. Dabei wird deutlich, wie die Olympischen Spiele zunehmend zu Militärfestspielen mutieren und wie sich die Paralympics in der engen Symbiose zwischen Militär und Sport behaupten müssen. Zusätzlich wird das Event Invictus Games mit dem Hintergrund der Verharmlosung von Militär und Krieg betrachtet. Abseits der Spitzensportförderung – deshalb im Infokasten – werden in gleicher Weise die Sportevents der Bundeswehr für Minderjährige betrachtet und in welchem Ausmaß dort für neue RekrutInnen geworben wird.

Der letzte Abschnitt dieser Studie handelt von den Interessen und Auswirkungen, die mit der Spitzensportförderung der Bundeswehr einhergehen. Abschließend werden in einem Fazit die wichtigsten Argumente zusammengefasst und ein Ausblick auf die militärische Spitzensportförderung anderer Länder gegeben – auch als warnende Beispiele.

Zur gesamten Studie hier: https://www.imi-online.de/download/IMI-Studie2019-2-Sport-Web.pdf

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