IMI-Aktuell 2019/239

Panzer: Französische Übernahmesorgen

von: 24. April 2019

Drucken

Hier finden sich ähnliche Artikel

Laut Handelsblatt soll am 17. Juni 2019 der Vertrag zum Bau des deutsch-französischen Kampfflugzeuges (FCAS) in trockene Tücher gebracht werden. Das Großprojekt mit einem geschätzten Umsatz von 500 Mrd. Euro hätte eigentlich Parallel mit einem gemeinsamen Kampfpanzer der nächsten Generation (MGCS) auf den Weg gebracht werden sollen. Doch hier schießen die Rheinmetall-Pläne, den anderen deutschen Panzerbauer Krauss Maffei Wegmann (KMW) übernehmen zu wollen, quer (siehe IMI-Aktuell 2019/169).

Denn der MGCS sollte ursprünglich unter deutscher Führung, aber unter Leitung des deutsch-französischen Konsortiums KNDS gebaut werden, an dem KMW und die französische Nexter zu gleichen Teilen beteiligt sind. Eine Übernahme KMWs durch Rheinmetall würde hier eine deutliche Verschiebung des Einflusses innerhalb des Konsortiums zugunsten des deutschen Konzerns bedeuten, so die französische Kritik. Bevor dies nicht adressiert sei, werde es mit dem Kampfpanzer nicht weitergehen, berichtet das Handelsblatt über die französische Position: „[Rheinmetall] strebt […] die Mehrheit an der deutsch-französischen Holding KNDS an, in der die Anteile von KMW und Nexter gebündelt sind. Als Minderheitseigner wäre der Einfluss der Franzosen geringer als bisher. […] ‘Für uns ist eine Voraussetzung, dass die Balance beim Verbund der Panzerbauer gewahrt wird‘, erfuhr das Handelsblatt aus der französischen Regierungszentrale. Das sei aber nicht mehr der Fall, wenn zu dem Gemeinschaftsunternehmen von Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und Nexter wie angestrebt noch Rheinmetall hinzustoße. ‚Wenn Deutschland das wirklich wünscht, müsste auf französischer Seite etwas hinzukommen, damit das Gleichgewicht wieder stimmt‘, erläuterte der Élysée-Insider.“ (jw)

Ähnliche Artikel