IMI-Aktuell 2019/168

Rüstungshaushalt: Seifenoper

von: 14. März 2019

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Es war absehbar, was sich in Sachen Rüstungshaushalt abspielen würde: Erst stemmen sich Kanzlerin und Verteidigungsministerin „heldenhaft“ gegen unbotmäßige Forderungen aus den USA (2%/BIP) und lassen sich „nur“ auf eine Erhöhung von 38,5 Mrd. Euro (2018) auf 60 Mrd. Euro (2024) ein (=1,5%/BIP). Dann tritt die Sozialdemokratie auf den Plan und stemmt sich „heldenhaft“ gegen die unbotmäßigen Forderungen des Koalitionspartners und lässt sich „nur“ auf weitere Erhöhungen im unteren Milliardenbereich ein.

Das alles dient der Gesichtswahrung, die Folge ist nämlich dennoch ein durch die Decke gehender Militärhaushalt, der augenscheinlich 2020 weiter auf 44,7 Mrd. Euro klettern soll (von 43,2 Mrd. 2018). Hier von einer „Niederlage“ von der Leyens zu sprechen, wie es zB Spiegel Online tut, gehört zum Spin: „Verteidigungsministerin von der Leyen steht vor einer ihrer schwersten Niederlagen. Nach SPIEGEL-Informationen hat Finanzminister Scholz ihre Wünsche nach einem deutlich höheren Bundeswehrbudget abgeschmettert. […] Statt der angemeldeten 47,2 will der SPD-Minister seiner CDU-Kollegin nur 44,7 Milliarden Euro zugestehen. 2019 umfasste von der Leyens Budget 43,2 Milliarden – statt einem gewünschten Plus von vier Milliarden Euro bekommt sie also nur 1,5.“ (jw)

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