IMI-Aktuell 2019/084

China: Ex-Blackwater

von: 4. Februar 2019

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Die FAZ berichtet, der hochumstrittene Blackwater-Nachfolger sei von China als Sicherheitsfirma angeheuert worden: „Chinas Sicherheitsbehörden werden schwere Menschenrechtsverstöße in der Provinz Xinjiang vorgeworfen. Nun soll ausgerechnet dort eine umstrittene Sicherheitsfirma Peking unterstützen. […] Das private Sicherheitsunternehmen Frontier Services Group (FSG) plant demnach die Eröffnung eines Ausbildungszentrums in der westchinesischen Region Xinjiang. Aufmerksamkeit rief das am Freitag vor allem deshalb hervor, weil Erik Prince der Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens ist. Prince ist ein ehemaliger amerikanischer Elitesoldat, dessen frühere Sicherheitsfirma Blackwater bis 2009 Millionen Dollar mit Aufträgen vom Pentagon für Sicherheitsdienstleistungen im Irak und in Afghanistan verdient hatte.“

So problematisch das ist, die Frage ist, ob die FAZ (die Paywall lässt hier keine Rückschlüsse zu) auch erwähnt, dass die „Frontier Services Group“ seit langem heiß gehandelter Kandidat für den großangelegten Einstieg in den Afghanistan-Krieg ist (siehe zB IMI-Aktuell 2018/419). Zuletzt berichtete der Deutschlandfunk am 2. Februar 2019 ausführlich über die Pläne zur Privatisierung des Afghanistan-Krieges. Wie schon sein Vorgänger Barack Obama, will US-Präsident Donald Trump die Soldaten so schnell wie möglich aus Afghanistan abziehen. Anstelle der US-Truppe könnte dann eine private Sicherheitsfirma mit Söldnern kommen. Bereits jetzt operieren britische und amerikanische Sicherheitsfirmen in Afghanistan – ihre Zahl soll die Zahl der Präsenz von NATO und US-Truppen bereits übersteigen. Laut US-Verteidigungsministeriums gab es im letzten Quartal 2018 über 25.000 sogenannter Auftragnehmer in dem Land. Die Dunkelziffer dürfte jedoch weitaus größer sein.

Nach der Ankündigung eines baldigen Teilabzuges durch Donald Trump werden Spekulationen über einen Söldnerkrieg in Afghanistan weiter angeheizt. Seit Monaten versucht Erik Prince, laut Medienberichten als Berater von US-Präsident Trump, durch Einflussnahme bei politischen Entscheidungsträgern sowohl in den USA als auch in Afghanistan seinen Plan voranzubringen. Wenn es nach ihm geht soll der unpopuläre Einsatz in Afghanistan durch eine private Söldnertruppe übernommen werden. Prince’s Plan ist es die US-Streitkräfte komplett abzuziehen, weg von der konventionelle Truppe und das auch noch kostengünstiger. Als Vorbild dient ihm die „East India Company“ – die auch einen Sicherheitsapparat hatte – bestehend aus lokalen Soldaten und ausländischen „Unterstützern“, die dann langfristig in Afghanistan bleiben. Prince will Veteranen der US-Spezialkräfte mit Afghanistan-Erfahrung einsetzen, die dann dauerhaft im Einsatz bleiben. Der Rhythmus 90 Tage Einsatz, 30 Tage Heimaturlaub. 6000 private Sicherheitsleute würden Prince zufolge ausreichen, um die nötigen Aufgaben zu erfüllen, darunter 2000 Spezialkräfte bzw. Mentoren. Diese wären in die Afghanischen Streitkräfte eingebettet und würden unter afghanischem Kommando operieren. Die Kosten für diese Privatarmee sollen sich auf 5,5 Milliarden US Dollar belaufen: 3,5 Milliarden US Dollar für Allgemeines, Personal, Ausrüstung und Unterkunft und 2 Milliarden US Dollar für die Spezialkräfte/Mentoren. Ob sich diese Pläne (zumindest für FSG) nun mit der Kooperation mit China erledigt haben, bleibt abzuwarten. (jw)

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