IMI-Aktuell 2019/060

Rekrutierungsprobleme

von: 28. Januar 2019

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Bis 2023 will die Bundeswehr eine schwere Brigade (ca. 5000 Soldaten) in die NATO einbringen können, später soll es noch einmal deutlich mehr werden. Allein für die erste „Ausbaustufe“ wird der Personalbestand der Truppe von aktuell ca. 180.000 Soldaten (ohne zivile Angestellte) laut Bundeswehr auf 203.000 steigen müssen. In bundeswehrnahen Publikationen wurde schon länger gemunkelt, dass dies – vorsichtig formuliert – ambitioniert sein dürfte (siehe IMI-Analyse 2018/29). Über die Schwierigkeiten, vor denen sich die Bundeswehr angesichts dessen gegenübersieht, berichtet Spiegel Online: „Die Bundeswehr hat zu wenig Soldaten, und die Truppe ist überaltert, sie braucht Nachwuchs. Doch diesen für sich zu gewinnen, dürfte in Zukunft noch schwieriger werden, als bislang bekannt. Wie „Bild am Sonntag“ („BamS“) unter Berufung auf interne Papiere des Verteidigungsministeriums berichtet, rechnet die Bundeswehr damit, dass 2020 von 760.000 Schulabgängern nur die Hälfte für die Armee geeignet ist. Der Rest habe entweder keinen deutschen Pass, bringe nicht die nötige sportliche Fitness mit oder lehne das Militär grundsätzlich ab. Von den übrig bleibenden jungen Menschen müsste sich unter dem Strich jeder Vierte bei der Armee bewerben, damit diese ihren Bedarf decken kann. […] Um die Personalnot bei der Bundeswehr zu lindern, hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) jüngst den Vorschlag gemacht, EU-Ausländer anzuwerben. Aus einem vertraulichen Ministeriumskonzept geht hervor, dass von der Leyen vor allem Polen, Italiener und Rumänen für ihre Truppe anwerben will.“ (jw)

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