IMI-Aktuell 2018/456

Traditionslinien

von: 9. August 2018

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Der Traditionserlass der Bundeswehr war alles andere als unumstritten (siehe IMI-Analyse 2018/01). Bei Zeit Online erschien nun ein Streitgespräch zwischen den Historikern Hannes Heer und dem bundeswehrnahen Sönke Neitzel. Der legt ein ganz eigenes Verständnis der „richtigen“ Traditionslinien an den Tag: „Die Bundeswehr existiert letztlich, um militärische Gewalt anzudrohen oder anzuwenden. Wenn Sie nach handwerklichen Traditionen für dieses Metier suchen, landen Sie automatisch im Zweiten Weltkrieg. Dort haben die Soldaten der Wehrmacht im Polenfeldzug 1939 noch Bezüge zum Ersten Weltkrieg hergestellt: Sie verglichen sich mit der Infanterie von 1914.“ Befragt, warum die Bundeswehr sich nicht andere Vorbilder wie „bei den demokratischen Soldaten der 1848er-Revolution“ suche, antwortet Neitzel: „Weil sich die meisten Soldaten darüber kaputtlachen würden.“ (jw)

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