IMI-Aktuell 2018/424

Mali: „Keine Erfolgsgeschichte“

von: 16. Juli 2018

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Anlässlich der Rückverlegung der Transport- und Kampfhubschrauber der Bundeswehr aus Mali, hat die Funke-Mediengruppe (online) einen Artikel unter dem Titel „Mali wird für die Bundeswehr zum zweiten Afghanistan“ veröffentlicht. Darin wird zutreffend beschrieben, der dortige Einsatz sei bislang „keine Erfolgsgeschichte“: „Es gibt regelmäßig Angriffe gegen malische Ordnungskräfte, seltener gegen westliche Patrouillen, die besser geschützt sind. Aber in den vergangenen Wochen ließen die Islamisten aufhorchen. Sie griffen französische Truppen in Gao an und verübten einen Anschlag auf das Quartier der G5-Truppe in Sevarè, die Mali mit Mauretanien, Burkina Faso, Niger und Tschad unterhält. Auf den Karten der ist der Einsatzraum gelb eingefärbt. Es bedeutet, dass die Gefahrenstufe ‚erheblich‘ ist“. Auch wenn der Artikel in einigen Details Fehler enthält und am Ende der regierungsoffiziellen Darstellung des Einsatzes viel Raum gibt, ist er dennoch ein eher positives Beispiel der deutschen Kriegsberichterstattung, weil er die Eskalation in Mali nicht unterschlägt und die Sinnlosigkeit des Einsatzes zumindest andeutet. Angesprochen wird auch die NATO-Intervention in Libyen als eine der Ursachen. Der Beitrag endet mit den Sätzen: „‚Da werden wir einen langen Atem haben müssen‘, mahnt von der Leyen. Sie stimmt die Bürger darauf ein, dass die Bundeswehr noch lange in Westafrika bleiben muss. Von einer Exit-Strategie hat sie noch nie gesprochen.“
Über die allgemeineren Tendenzen der Militarisierung der Region ist in Kooperation mit IMI kürzlich eine ausführliche Studie erschienen: „Vernetzte Sicherheit und Rekolonialisierung – Die EU-Missionen und die Militarisierung Nordafrikas und des Sahels“.

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