IMI-Aktuell 2018/367

Sinnlos in Al-Azraq?

von: 21. Juni 2018

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Passend zum Besuch der deutschen Bundeskanzlerin berichtet die Zeit (online) über den Einsatz der dort stationierten Tornado-Aufklärungsflugzeuge der Bundeswehr. Dabei wird nicht nur die fragwürdige völkerrechtliche Grundlage angesprochen und die Zusammenarbeit mit der Türkei problematisiert, sondern auch der Frage nachgegangen, ob die Tornados und deren Einsätze an sechs Tagen pro Woche eigentlich irgendeinen Nutzen haben: “ So auskunftsfreudig der Kommandant bei Details zum Ablauf ist, so einsilbig fällt die Antwort auf die Frage nach ihrem militärischen Nutzen aus: ‚Wir bekommen von den Partnern der Anti-IS-Koalition kein Feedback‘, sagt Oberst Conrath. Haben die Amerikaner die deutschen Ergebnisse für einen Angriff genutzt? Waren sie hilfreich? Auf dem deutschen Stützpunkt erfährt das niemand. Bei den Verbündeten lässt sich das auch nicht ermitteln. Wie hat die Koalition es kompensiert, als während des Umzugs von der Türkei nach Jordanien die deutschen Tornados für zwei Monate ausfielen? Der Pressechef der Anti-IS-Koalition mit Sitz in Bagdad empfiehlt, man solle diese Frage dem Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam stellen. Offenbar sollen die Deutschen lieber selbst bewerten, wie effektiv ihr Beitrag ist. Erst auf nochmalige Nachfrage gibt es die diplomatische Formulierung: ‚Wie der Beitrag eines jeden Koalitionspartners, so ist auch der deutsche Beitrag zur Aufklärung entscheidend und geschätzt‘.“

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