IMI-Aktuell 2018/336

Militärhaushalt: „Armutszeugnis“?

von: 11. Juni 2018

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Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen gab noch bei der Bundeswehrtagung im Mai 2018 an, sie beabsichtige zum nächsten NATO-Gipfel im Juni der NATO anzuzeigen, Deutschland werde bis 2024/2025 für seine Militärhaushalt 1,5 % des Bruttoinlandsproduktes aufwenden, was einer Erhöhung von aktuell 38,5 Mrd. auf unvorstellbare 62,5 Mrd. Euro gleichkommen würde (siehe IMI-Analyse 2018/13). Nachdem Kanzlerin Merkel dieses Vorhaben aber unlängst unterstützt hat (siehe IMI-Aktuell 2018/329), wendete sich von der Leyen nun aber in einem Brief an ihre SPD-Kollegen, in dem sie für das Ziel warb und paradoxerweise gleichzeitig angegeben haben soll, die Zusage sei ohnehin schon der NATO übermittelt worden. Die Tagesschau, der das Schreiben vorliegt, zitiert daraus: „Wie sonst ließe sich erklären, dass von der Leyen schreibt, man habe „der NATO gemeldet, dass Deutschland 1,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes bis 2024/25 für Verteidigungsausgaben ausgeben will“? Weiter wettert die Tagesschau, Leyens Vorhaben sei „wenig ambitioniert“ und zitiert – ganz augenscheinlich zustimmend – einen General, der das Ganze als „Armutszeugnis“ kritisierte.  Eine solche Wortwahl ist angesichts von etwa 25 Mrd. Euro, die jährlich zusätzlich in das Militär gesteckt werden sollen und im Lichte der sozialen Spaltung in diesem Land mehr als zynisch. (jw)

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