IMI-Aktuell 2018/322

Polizeipanzer mit MG

von: 6. Juni 2018

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In der zweiten Jahreshälfte 2017 schaffte es das Spezialeinsatzkommando (SEK) Sachsen im Zusammenhang mit der Anschaffung von zwei Radpanzern des Rüstungskonzerns Rheinmetall mit dem bezeichnenden Namen „Survivor R“ mehrfach in die bundesweiten Schlagzeilen. Vor allem SEK-Stickereien mit NS-Ästhetik sorgten für heftige Kritik (vgl. IMI-Analyse 2018/04).
Nun wurde bekannt, dass der Gefechtsturm des Panzers, der bisher „nur“ über eine Vorrichtung für den Abschuss von Tränengas verfügte, nachgerüstet werden soll. Laut der Morgenpost plant das sächsische Innenministerium, seine neuen Polizei-Panzerwagen mit Maschinengewehren auszustatten. Im Zuge des neuen sächsischen Polizeigesetzes, das nach der parlamentarischen Sommerpause verabschiedet werden soll, wäre dies möglich.
„Die Ausstattung der Allschutz-Transportfahrzeuge richtet sich nach dem polizeilichen Bedarf und den rechtlichen Rahmenbedingungen“, so ein Ministeriumssprecher. „Sind zur Erfüllung der gesetzlich definierten Aufgaben der Polizei Maschinengewehre erforderlich“, sehe der Gesetzentwurf diese Möglichkeit vor. „Diese schließt auch eine Ausrüstung der Allschutz-Transportfahrzeuge mit einer solchen Bewaffnung ein.“
„Eine Ausrüstung des ,Survivor R‘ mit einem eingebauten Maschinengewehr würde nicht weniger bedeuten, als dass die sächsische Polizei demnächst Kriegsgerät in der Garage stehen hätte“, sagte der innenpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion Valentin Lippmann. (ak)

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