IMI-Aktuell 2018/117

Cyber-Alarm

von: 1. März 2018

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Ausländische Hacker hätten das Regierungsnetz angegriffen, meldete die dpa. Tagesschau.de schreibt hierzu: „Die Attacke sei von den Sicherheitsbehörden im Dezember erkannt worden. Der Angriff sei da schon über eine längere Zeit gelaufen, womöglich ein ganzes Jahr.“ Nun sei der Angriff jedoch „isoliert und unter Kontrolle gebracht“. Aus diesem Anlass interviewten die Tagesthemen einen „Cyber-Sicherheitsexperten, der auch die Bundesregierung und die NATO in IT-Fragen berät“. Dieser spricht von einem „Kalten Krieg“ in dem sich Deutschland „ganz sicher“ befände. Nachdem er eine Weile über die Unsicherheit deutscher Netze berichtet, fragt der Nachrichtensprecher: „Also wenn die Abwehr so löchrig ist und es so schwierig ist, sich dagegen zu wehren, wie sieht es aus deutscher Sicht denn in der Offensive aus… haben wir denn auch selber irgendwelche Cybertruppen, die ihrerseits in anderen Ländern versuchen, irgendwelche Informationen zu hacken?“. Der Experte antwortet: „Also wir sollten das natürlich haben, ja, das gehört inzwischen zum Repertoire der Nachrichtendienste auf jeden Fall. Die Nachrichtendienste werden sicherlich auch in der Lage sein, das zu tun“. Auch beim Militär gäbe es bereits entsprechende Einheiten. Auf jeden Fall aber mache es „total Sinn jetzt gerade auch aufgrund der Basis, dass die Verteidigung schlecht ist und so schwierig ist, doch in Offensive zu investieren“.
Nein: Sinn macht das bei genauer Betrachtung keinen. Womöglich sollten die Tagesthemen auch im Cyber-Bereich genauer zwischen Experten und Lobbyisten unterscheiden.

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