IMI-Aktuell 2018/114

Aufrüstung der „Blauhelme“?

von: 28. Februar 2018

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Wenn Andreas Wittkowsky, der „Leiter des Projektes Frieden und Sicherheit beim Zentrum für Internationale Friedenseinsätze (ZIF)“ einen Beitrag für das IPG-Journal schreibt, so sollte das durchaus was mit Frieden zu tun haben – könnte man meinen. Tatsächlich geht es dort unter dem vielsagenden Titel „Schwäche tötet“ um die nageblich notwendige Aufrüstung von sog. „Blauhelmen“, also Soldaten meist ärmerer Staaten, die in formal unter UN-Führung stehenden Einsätzen dienen. Dabei bezieht sich Wittkowsky auf ein strategisches Pladoyer des brasilianischen Offiziers Carlos Alberto dos Santos Cruz, der in leitender Position an den UN-Missionen in Haiti und DR Kongo beteiligt war. Wittkowsky: „Um weitere Todesopfer in risikoreichen Einsätzen zu vermeiden, bräuchten die Blauhelme deshalb bessere Führung, bessere Fähigkeiten und bessere Ausrüstung. Vor allem aber sei die defensive Einstellung von Blauhelmen in eine selbstbewusste, aktive Haltung zu transformieren. Statt sich einzubunkern, sollten sie ihr Umfeld konsequent ‚dominieren‘, damit ihre Standorte Sicherheit ‚ausstrahlen‘. Dazu kann auch massive Gewalt gegen Angreifer nötig sein… Deutschland strebt für 2019 erneut einen Sitz im Sicherheitsrat an. Es sollte dieses Anliegen aktiv unterstützen.“
Zugute halten muss man Wittkowsky allerdings, dass er die naheliegende Kritik an entsprechenden Plänen ganz treffend zusammenfasst: „Der militaristische Duktus, so die zentrale Kritik, weise in die falsche Richtung. Schließlich seien politische Lösungen der Schlüssel zur Konfliktbefriedung. Auch würden die Grenzen militärischer Stärke nicht thematisiert – wichtiger als Allmachtsphantasien mit Blauhelmen sei eine Debatte darüber, ab wann die Vereinten Nationen ’nein‘ zu Einsätzen sagen müssten. Ansonsten würde man die richtigen Instrumente für den falschen Zweck verbessern.“

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