IMI-Aktuell 2018/026

Algerien: Waffentests

von: 15. Januar 2018

Drucken

Hier finden sich ähnliche Artikel

Die „Planet“, ein Forschungsschiff der deutschen Marine, nimmt derzeit Kurs auf Algerien, um dort neue Waffensysteme der Marine zu testen. Darüber berichten die Kieler Nachrichten (online): „Von dem algerischen Marinestützpunkt Oran aus soll die ‚Planet‘ dann zwei Wochen lang Waffensysteme testen, wie aus Bundeswehrkreisen zu erfahren war. Dabei stehen auch Funktionsnachweise für die neuen algerischen Fregatten ‚Erradi‘ und ‚El Moudamir‘ auf dem Programm, die 2014 bis 2017 in Kiel bei German Naval Yards gebaut wurden. Diese Fregatten haben zum Teil Waffen an Bord, wie sie auch auf neuen Fregatten der Deutschen Marine zum Einbau kommen. Für diese Reise wurde die ‚Planet‘ mit drei Spezial-Containern sowie einem Container mit Ausrüstung beladen. Außerdem ist die ‚Planet‘ mit einem Schienensystem zum Ausbringen von Minen und Unterwasserdrohen in Kiel ausgerüstet worden.“
Die junge Welt hatte erst kürzlich berichtet, dass Algerien im vergangenen Jahr Rüstungsgüter im Wert von 1,1 Mrd Euro kaufen konnte: „Die umfangreichen Rüstungsexporte an Algerien spiegeln ihrerseits zweierlei wider. Zum einen hat das Land zuletzt zwei teure deutsche Fregatten erhalten. Deutsche Marinekreise verbinden mit der Lieferung die Hoffnung, Algier werde künftig enger ‚mit europäischen Mittelmeermarinen‘ kooperieren, wie das Fachblatt Marine Forum Ende 2015 berichtete. Zum anderen hat Rheinmetall in Zusammenarbeit mit dem algerischen Verteidigungsministerium einen Ableger nahe Constantine gegründet; Rheinmetall Algérie soll Radpanzer des Modells ‚Fuchs‘ für die algerischen Streitkräfte herstellen. Daimler wiederum lässt in der Nähe von Algier Geländewagen und ‚Unimogs‘ montieren, mit denen ebenfalls die algerische Armee ausgestattet wird. Berlin setzt darauf, dass Algier auch weiterhin die Wüstengebiete des Landes scharf kontrolliert, um die Reise von Flüchtlingen ans Mittelmeer zu verhindern.“

Ähnliche Artikel