IMI-Aktuell 2017/726

Honduras: Polizei streikt

von: 7. Dezember 2017

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Nach den umstrittenen Wahlen in Honduras kommt es auch nach Verhängung einer Ausgangssperre weiterhin zu Massenprotesten. Nun haben offenbar mehrere Polizeieinheiten angekündigt, nicht mehr gegen die Anhänger der Opposition vorzugehen, wie Telepolis berichtet: „Die Spezialeinheit ‚Cobra‘ der Polizei legte ihre Arbeit nieder, ähnliche Reaktionen werden auch aus anderen Teilen des Polizeiapparats berichtet. Oppositionskandidat Salvador Nasralla rief die Armee in der Nacht zum Dienstag auf, ‚dem patriotischen Beispiel der Polizei zu folgen'“.
Noch ausführlicher berichtet die NZZ, die anders als viele deutsche Medien, den aktuellen Stand und die Unregelmäßigkeiten bei der Wahl gut zusammenfasst. Zum Streik bzw. Tendenzen der Meuterei im Sicherheitsapparat heißt es dort: „Doch die Lage spitzte sich Anfang Woche zu, als Hunderte von Polizisten der Spezialeinheit der Cobras sowie der Nationalpolizei bekanntgaben, dass sie nicht gegen demonstrierende Bürger vorgehen und während der Ausgangssperre auch keine Festnahmen machen würden. Sie verliessen ihre Kasernen, wo sie zur Bereitschaft zusammengezogen worden waren. Ein Sprecher der unzufriedenen Polizisten erklärte, wenn die Politiker nicht in der Lage seien, ihre Angelegenheiten zu regeln, so könnten sie nicht einen Kandidaten begünstigen und auf der Strasse gegen Bürger vorgehen. Die Regierung Hernández behauptete andererseits, der wahre Grund des Protests sei die Forderung nach höheren Löhnen, und stellte flugs 7,5 Millionen Dollar für Gehaltserhöhungen und Boni bereit.“

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