IMI-Aktuell 2017/713

Somalia: US-Massaker?

von: 1. Dezember 2017

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The Daily Beast hat (online) einen ausführlichen Bericht veröffentlicht, wonach es starke Hinweise darauf gebe, dass US-Truppen und ihre Verbündeten der somalischen Armee (die u.a. auch von der Bundeswehr aufgebaut und beraten wird) am 25. August 2017 in Bariire, Somalia, ein Massaker begangen und anschließend vertuscht hätten. Das werfen ihnen zumindest Anwohner_innen und offenbar auch somalische Militärs und Politiker vor. Der Bericht wirkt glaubwürdig und gibt in jedem Fall einen guten Einblick in die gemeinsamen Operationen von US-Spezialkräften und somalischen Soldaten in Somalia, insb. in der Region Lower Shabelle.
Deutlich weniger glaubwürdig wirkt hingegen das Dementi des US-Afrikakommandos (Africom), wonach alle Getöteten bewaffnete Komabttanten gewesen seien:
„After a thorough assessment of the Somali National Army-led operation near Bariire, Somalia, on Aug. 25, 2017 and the associated allegations of civilian casualties, U.S. Special Operations Command Africa (SOCAF) has concluded that the only casualties were those of armed enemy combatants.“
Interessant auch die unterschiedliche Darstellung der Führung. Während der Bericht des Daily Beast es so darstellt, dass die Planung und Führung der Einsätze durch die US-Spezialkräfte (mit deutlich besserer aufklärungs- und Kommunikationsstruktur) erfolge, stellt es das Africom so dar, als habe die somalische armee den Einsatz geführt. Zugleich heißt es jedoch: „Before conducting operations with partner forces, SOCAF conducts detailed planning and coordination to reduce the likelihood of civilian casualties and to ensure compliance with the Law of Armed Conflict.“ Das wirkt, gelinde gesagt, widersprüchlich.

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