IMI-Aktuell 2017/678

Zivilist_innen durch US-Luftschläge getötet

von: 9. November 2017

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Telepolis berichtet, dass bei US-Luftangriffen am 4. November in Kunduz möglicherweise bis zu 60 Zivilist_innen getötet wurden. UNAMA geht von mindestens 10 getöteten Zivilist_innen aus. Das US-Militär dementiert diese Berichte und behauptet, ausschließlich Taliban-Kämpfer seien bei den Angriffen getötet worden. Die betroffenen Dörfer wurden allerdings von keinem Angehörigen des US-Militärs aufgesucht, um den Sachverhalt vor Ort zu untersuchen, weshalb diese Angaben mit Vorsicht zu genießen sind. Wie viele andere Distrikte in der Provinz wird Chardara von den Taliban kontrolliert. Bei Luftangriffen wird allerdings kaum zwischen bewaffneten Kämpfern und Zivilisten unterschieden. Laut dem Weißen Haus gilt jede männliche Person im Umfeld eines Angriffszieles als „feindlicher Kombattant“. Laut dieser Logik wären wohl auch alle männlichen Opfer des jüngsten Angriffs in Kunduz für die US-Regierung per se „Terroristen“.
Seit Beginn der Präsidentschaft Donald Trumps wird der Luftkrieg des US-Militärs in Afghanistan zunehmend aggressiver fortgeführt. Im September wurden so viele Bomben über Afghanistan abgeworfen wie zuletzt 2012, als noch knapp 80.000 US-Soldaten im Land waren. Seit Januar fanden über 2.500 Luftangriffe im Land statt.

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