IMI-Aktuell 2017/607

Özdemir: Wertegeleiteter Realismus

von: 3. Oktober 2017

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Es liest sich wie ein Bewerbungsschreiben für den Posten des Außenministers. Schon vor der Wahl hat der Grüne Spitzenpolitiker und wahrscheinliche nächste Außenminister seine Ansprüche mit einem Grundsatzartikel in der wichtigsten Zeitschrift der außenpolitischen Eliten, der „Internationalen Politik“, untermauert. Unter dem Titel „Deutschland muss mehr Verantwortung in der Welt übernehmen“ widmete er sich darin auch in Teilen militärischen Aspekten und stellte (einmal mehr) unter Beweis, dass er und seine Partei hier absolut koalitionsfähig sind: „Um Soft Power ausüben zu können, müssen wir jedoch auch über Hard Power verfügen. Dass wir manchmal, im äußersten Notfall, auch militärische Mittel brauchen, haben uns Srebrenica, Kosovo und Afghanistan gelehrt. Diese Erkenntnis ist Grundlage eines wertegeleiteten Realismus. […] Ohne Frage brauchen wir in Deutschland eine starke und leistungsfähige Bundeswehr. Aber sie sollte ihre Stärke daraus ziehen, dass sie Teil einer funktionierenden Europäischen Verteidigungsunion ist.“ (jw)

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