IMI-Aktuell 2017/450

Afghanistan: Eskalation

von: 31. Juli 2017

Drucken

Hier finden sich ähnliche Artikel

In der aktuellen Ausgabe der NDR-Sendung „Streitkräfte und Strategien“ (hier das Manuskript) beschreibt Jürgen Webermann ungeschönt die Lage in Afghanistan anhand einiger Vorfälle der letzten Monate. Neben dem Anschlag vom 31. Mai, bei dem 150 Menschen umkamen und das Hauptgebäude der deutschen Botschaft „zerstört“ wurde, wird auch über den Angriff auf eine Kaserne in Masar im April berichtet, bei dem in stundelnagen Gefechten mind. 140 afghanische Soldaten umkamen. In der Kaserne hielten sich zu diesem Zeitpunkt demnach auch deutsche Soldaten auf.

Lesenswert ist auch die Zusammenfassung der politischen Komplikationen nach der gescheiterten Präsidentenwahl 2014. Zu zivilen Opfern heißt es: „Die Vereinten Nationen haben in der vergangenen Woche ihre neueste Opferstatistik vorgestellt. Danach wurden seit Jahresbeginn weit mehr als 5-tausend Zivilisten in Afghanistan entweder getötet oder verletzt, darunter 1500 Kinder“. Webermanns Fazit und Ausblick: „Die USA reagierten jetzt mit der Ankündigung, die Kampftruppen in Afghanistan um mehrere tausend Soldaten aufzustocken. In weitaus größerem Stil hatte das Pentagon schon 2009 eine ähnliche Strategie verfolgt – mit dem so genannten „Surge“, also der „Truppenschwemme“. Erreicht haben die USA damit nichts. Ihr längster jemals ausgefochtener Krieg dauert jetzt seit 16 Jahren an und eskaliert in diesem Jahr sogar noch – ein Ende ist nicht in Sicht“.

Ähnliche Artikel