IMI-Aktuell 2017/441

Mali: 2 Tote

von: 27. Juli 2017

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Beim Absturz eines Kampfhubschraubers vom Typ Tiger in Mali sind zwei Soldaten der Bundeswehr gestorben, wie zahlreiche Medien seit gestern Abend übereinstimmend berichten und vom Einsatzführungskommando bestätigt wurde. Im Deutschlandfunk wurde der MINUSMA-Einsatz der Bundeswehr in den entsprechenden Meldungen wiederholt als „Friedenseinsatz“ bezeichnet, obwohl er selbst in Verlautbarungen der UN und Bundeswehr meist als Stabilisierungseinsatz bezeichnet wird. Ebenso melden die Medien nahezu übereinstimmend und im Einklang mit den Informationen des BMVg, dass es bislang „keine Hinweise auf Fremdeinwirkung“ gebe, was die Vermutungen über die Ursache in Richtung technischer Defekt lenkt. Abweichende Informationen liefert der Verteidigungs-Experte der Tagesschau Christian Thiels in einem Blogeintrag, der die frühen Informationen zum Absturz zusammenfasst und die Kommunikationsstrategie des Ministeriums kritisch reflektiert. So sei durch die UN zunächst auch noch von Konfrontationen bzw. Gefechten am Boden die Rede gewesen.

Der Deutschlandfunk interviewte aus diesem Anlass am Donnerstag Morgen Rainer Arnold, verteidigungspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. Dieser kritisierte insbesondere die Medien scharf, weil diese berichtet hätten, bevor die Angehörigen benachrichtigt werden konnten. Außerdem kritisierte er einen Engpass an technisch qualifizierten Personal und zeigte sich – nachdem er natürlich ausgiebig Anteil nahm am Tod der Soldaten – überzeugt von der bevorstehenden Trendwende in Sachen Personal. Darüber hinaus wurde beim Deutschlandfunk bereits zuvor (in einem Gespräch mit Hauptstadt-Korrespondentin Katharina Hamberger) davon ausgegangen, dass es nun wieder eine intensivierte Diskussion „über die Ausstattung der Bundeswehr“ geben werde – mit einer Diskussion über den Einsatz selbst wird offenbar nicht gerechnet.

Das BMVg kündigte zunächst als Konsequenz an, dass die Kampfhubschrauber Tiger nun vorerst nicht mehr für „Routine-Flüge“ aufsteigen würden, sondern nur noch in Situationen „bei denen Leib und Leben einen Einsatz unbedingt erfordern.“ Die Verlegung der Kampfhubschrauber war Anfang des Jahres v.a. mit der Bergung von Verwundeten (bzw. deren Absicherung) begründet worden (siehe IMI-Aktuell 2017/153). Wobei es sich beim „Routine“-Einsatz der Kampfmaschinen handeln soll, wäre vonseiten des BMVg erst noch klarzustellen.

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