IMI-Aktuell 2017/434

KIT: Geheimhaltung

von: 24. Juli 2017

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Das wehrtechnisch ausgerichtete Fraunhofer IOSB arbeitet – wie von der Bundeswehr gewünscht – eng mit einigen Lehrstühlen am KIT (Karlsruher Institut für Technologie) zusammen. Diese Einbindung der Hochschule in die Rüstungsforschung wird seit Jahren von Studierenden kritisiert. Nachdem Hinweise öffentlich wurden, dass einige KIT-Mitarbeiter_innen unmittelbar an Forschungsprojekten des Fraunhofer IOSB beteiligt sind, stellte der AStA des KIT Ende Juni eine offizielle Anfrage an das KIT-Präsidium, in der die Offenlegung der „finanziellen, inhaltlichen und personellen Verflechtungen des Fraunhofer IOSB mit dem Lehrstuhl für Interaktive Echtzeitsysteme (IES)“ gefordert wurde. Offenbar erhielt der AStA darauf bereits eine Antwort, wurde aber zugleich zur Verschwiegenheit über deren Inhalt verpflichtet. So wurde die Anfrage auf der Homepage des AStA mittlerweile mit folgender Erklärung ergänzt:

„Am 30.06.2017 erhielten wir eine Antwort mit folgendem Hinweis: ‚Ich danke Ihnen sehr für Ihren sehr vertrauensvollen und verantwortungsbewussten Umgang mit oben aufgeführten Informationen und Daten, die selbstverständlich weder für die Öffentlichkeit, noch für außenstehende Personen bestimmt sind! Herzlichen Dank vorab!‘ Entsprechend sind wir noch verunsichert was die Veröffentlichung angeht. Vorerst können Listen des Studierendenparlaments auf Anfrage die Informationen zur Verfügung gestellt bekommen.“

Dietrich Schulze, ehemalige Betriebsratsvorsitzender im Forschungszentrum Karlsruhe und heute aktiv in der Initiative gegen Militärforschung an Universitäten, kritisierte diesen „Maulkorb“ u.a. in einem offenen Brief an den Präsidenten des KIT, Prof. Hanselka: „Die Herabwürdigung des AStA zu einem Geheimnisträger ist völlig inakzeptabel. Wenn dieser Maulkorb nicht umgehend abgehängt wird, muss das KIT-Präsidium mit Konsequenzen rechnen.“

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