IMI-Aktuell 2017/431

Syrien: US-Stützpunkte

von: 22. Juli 2017

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Die türkische regierung hat eine Karte veröffentlicht mit den Stützpunkten der US-Armee in jenem Gebiet, das von den kurdisch dominierten Kräften der SDF dominiert wird, wie Telepolis berichtet. Der Artikel enthält einen durchaus interessanten Ausschnitt dieser Karte, auf der zehn Standorte markiert sind, darunter zwei Luftwaffenbasen. Die Veröffentlichung reiht sich ein in eine längere Geschichte der strategischen Entfremdung zwischen den NATO-Verbündeten USA und Türkei, wie der Autor darstellt: „So wurde das Pentagon schon gewarnt, dass bei Angriffen auf die syrischen Kurden durchaus auch mal US-Truppen zur Zielscheibe werden könnten, die sich dort aufhalten. Die Veröffentlichung der Stützpunkte durch die staatliche Nachrichtenagentur ist zumindest als Provokation zu verstehen, auch wenn diese in Syrien bekannt sein werden… Pentagon-Sprecher Adrian Rankine-Galloway erklärte, dass die Veröffentlichung von wichtigen militärischen Informationen die Koalitionsstreitkräfte unnötigen Risiken aussetze und die Anti-IS-Operationen gefährden könnte. Man könne nicht sagen, woher die Informationen stammen, man sei aber sehr besorgt, ‚wenn Angehörige eines Nato-Verbündeten absichtlich unsere Truppen gefährden, indem sie geheime Informationen veröffentlichen'“.
Die Karte ist tatsächlich als Teil eines Informationskriegs zwischen den USA und der Türkei zu verstehen, der womöglich auch auf die Symathisant*innenszene der PKK abzielt, in der intensiv für das „Projekt Rojava“ geworben wird. Dass sich in den vom IS und damaszener Regime befreiten Gebieten ein Netzwerk von US-Militärbasen entfaltet, die sicher nicht so schnell aufgegeben werden, dürfte gerade in linken und antiimperialistischen Kreisen für Diskussionen sorgen. (bk)

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