IMI-Aktuell 2017/395

Führungsmacht statt Psychopathologie?

von: 7. Juli 2017

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Der Deutschlandfunk zitiert in einer – wohlwollenden – Besprechung aus dem Buch „Führungsmacht Deutschland“ Politikwissenschaftler Leon Mangasarian und Jan Techau. Darin wird gefordert, Deutschland müsse sich zu einer Führungsmacht aufschwingen, die nicht „nur“ die eigenen Interessen wahrnehme: „Servant Leadership, also dienendes Führen, ist das Denkmodell, [in dem] man diese Stärke, diese Größe, die man jetzt hat, konstruktiv annimmt, aber in den Dienst nicht nur seiner eigenen Interessen, sondern in den Dienst des gemeinsamen europäischen und transatlantischen Anliegens zu stellen. Das ist das Wichtigste. Das klingt erstmal ganz banal. Aber das ist im täglichen politischen Geschäft gar nicht so leicht zu erkämpfen. Denn das muss man ja auch innenpolitisch verkaufen.“ Besonders drastisch wird es, wenn die Autoren fordern, Deutschland müsse seine pazifistische „Psychopathologie“ überwinden: „Das deutsche historische Trauma, die deutsche Psychopathologie in der Außenpolitik wirkt fort. Man hat anders als Franzosen, Amerikaner und Briten und auch andere, kleinere Länder, nicht das Gefühl, dass, wenn man sich exponiert, man automatisch sowieso auf der richtigen Seite der Geschichte rauskommt. Diese Gewissheit ist den Deutschen historisch abhandengekommen. Und das hat dazu geführt, dass sie gerne vermieden haben, sich zu exponieren. Und diesen Luxus kann man sich nicht mehr leisten.“ (jw)

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