IMI-Aktuell 2017/358

Bamako: Angriff

von: 20. Juni 2017

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Am Donnerstag, den 18. Juni 2017, kam es in der malischen Hauptstadt Bamako offensichtlich erneut zu einem Angriff auf eine „bei Ausländern beliebte“ Hotelanlage. Die Angaben zur Zahl der Angreifer und Getöteten variieren. Ein Artikel auf diepresse.com berichtet von vier Angreifern, die allesamt getötet worden seien sowie von „vier toten Zivilisten und einem toten Soldaten.“ Die EU-Außenbeauftragte Mogherini bestätigte mittlerweile, dass zwei der Toten für die EU gearbeitet hätten, einer davon sei als Portugise an der EU-Militärmission EUTM Mali beteiligt gewesen, in deren Zuge die EU malische Soldaten ausbildet, die im Norden des Landes unter französischer Koordination vermeintliche Terroristen bekämpfen sollen. Auch bei der Beendigung der Geiselnahme im Hotel, die in der Presse fast durchgehend als Terroranschlag bezeichnet wird, seien französische Soldaten gemeinsam mit malischen Kräften zum Einsatz gekommen.
Bereits zuvor gab es Angriffe auf ein von der EUTM-Mission genutztes Hotel, bei dem ein Angreifer erschossen wurde. Im November 2015 wurden bei einem weiteren Angriff auf das Radisson Blu in Bamako 20 Menschen getötet.
Die Bundeswehr ist mit ca. 300 Kräften am EUTM-Einsatz im Süden Malis und mit bis zu 1.000 weiteren an der MINUSMA-Mission im Norden des Landes beteiligt. Beide Einsätze sollten Sicherheit und Stabilität in Mali garantieren, tatsächlich wird das Land jedoch unsicherer und droht zunehmend zu zerfallen. Damit schwindet auch der zunächst vorhandene Rückhalt bei der Bevölkerung im Süden des Landes. (cm)

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