IMI-Aktuell 2017/271

re:publika und Bundeswehr

von: 12. Mai 2017

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Vom 8. bis 10. Mai fand in Berlin unter dem Motto „Love out Loud“ statt, eine jährliche Konferenz zur digitalen Gesellschaft, die sich in der Vergangenheit sehr offen für soziale Bewegungen etc. gezeigt hat. Da sich im Publikum viele Personen finden, die eine Affinität zum Digitalen haben, wollte dieses Jahr auch die Bundeswehr mit einem eigenen Stand präsent sein, um für ihr „Projekt Digitale Kräfte“ zu werben. Angeblich hat sie sich zu spät angemeldet und somit wurde nichts aus dem Stand – ob das den Veranstalter vielleicht gerade recht war, darüber kann spekuliert werden.

Letztlich schaffte es die Bundeswehr trotzdem präsent zu sein – auf einer (unkritischen) Diskussion auf einem Side-Event konnte der Beauftragte für die Arbeitgebermarke der Bundeswehr „vollkommen unhinterfragt die Werbestrategie der Bundeswehr“ darstellen, wie Metronaut berichtet. Da gab es natürlich Protest, der jedoch vom Publikum wenig goutiert und in der Videoaufzeichnung der Veranstaltung auch nicht dokumentiert wurde. Der Metronaut meint, hierin eine generelle Tendenz der Konferenz erkennen zu können: „Dass solche Aktionen stattfinden, zeigt dass die Fliehkräfte der aus der Blogger- und Netzbewegung entstandenen Konferenz mittlerweile überreizt sind. Ein Teil des Publikums findet sich nicht mehr wieder zwischen Google-Ständen, Marketing-Getöse, Mercedessternen und einer Bundeswehr, die ihre Rekrutierungspropaganda auf der Konferenz abfeiern darf. Zugleich sind diese Leute irritiert über ein Publikum, das in Teilen so unkritisch ist, dass das Protestschild-Design der ganzen Konferenz nur noch als schöne Deko wahrgenommen wird, vor deren Hintergrund man hübsche Instagram-Bilder machen kann.“

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