IMI-Aktuell 2017/258

Neues vom AfriCom

von: 5. Mai 2017

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In den letzten Tagen berichten v.a. afrikanische Medien viel über den eingeleiteten Abzug ugandischer Soldaten und US-amerikanischer Spezialkräfte aus dem Grenzgebiet zwischen Südsudan, der Demokratischen Republik Kongo (DRC) und der Zentralafrikanischen Republik (CAR), wo diese mit der Jagd auf die Lords Resistance Army (LRA) und deren Anführer, Joseph Kony, beauftragt waren. In diesem Zusammenhang wurde auch auf eine Pressekonferenz des AfriCom-Kommandierenden, Thomas D. Waldhauser, verwiesen, die in mehrfacher Hinsicht lesenswert ist. Hinsichtlich der LRA wird angegeben, dass diese zwar noch existiere, aber nur noch im „Überlebensmodus“ agiere, was für die USA ein tragbarer Zustand wäre.

Spannend sind jedoch auch die Angaben zu Libyen, wo das Africom wohl schon recht autonom über Angriffe auf Einzelpersonen entscheiden kann und Somalia, wo Waldhauser auf eine derart zunehmende Autonomie hofft. Bestätigt wird u.a. die Nutzung eines tunesischen Flughafens als Drohnenbasis.

Gänzlich unerwähnt bleibt in Pressekonferenz wie in der Berichterstattung insgesamt, dass während des Einsatzes der ugandischen Armee und der US-Spezialkräfte in der CAR dort zunächst tschadische Soldaten und Rebbelen die Regierung stürzten, daraufhin christliche Milizen große Teile der muslimischen Bevölkerung vertrieben, Frankreich intervenierte und heute eine EU-Mission versucht, eine Reform des Sicherheitssektors einzuleiten. Tatsächlich waren die zentralafrikanischen Polizei- und Militärkräfte – zuvor von einer früheren EU und anschließenden UN-Mission aufgebaut – während der Krise so gut wie inexistent. Ein Teil der zentralafrikanischen Truppenbeteiligte sich hingegen unter US-Führung am Einsatz gegen die LRA. (cm)

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