IMI-Aktuell 2017/221

Neapel: Anti-Militaristischer Protest

von: 20. April 2017

Drucken

Hier finden sich ähnliche Artikel

Seit dem Beginn der Operation Strade Sicure im Jahr 2008 patrouillieren Soldat_innen die Straßen Italiens. Mittlerweile ist die Zahl der eingesetzten Soldat_innen von anfangs 3.000 auf 7.000 gestiegen. Die auf dem neapolitanischen Dante Platz stationierten Soldat_innen sprachen am vergangenen Sonntag zwei junge Frauen an, die sich auf dem Platz küssten, und riefen die Polizei, die ihre Personalien kontrollierte und ihnen einen Platzverweis erteilten. Seither fanden zwei Protestaktionen auf dem besagten Platz statt. Bei dem ersten, der von der Nacht von Dienstag, dem 18. auf Mittwoch den 19. April stattfand, küssten sich sechs Protestierende vor den Soldat_inen und skandierten u.a. „Militär raus aus der Stadt“, „macht Liebe, keinen Krieg“, „Anti-Militarismus, Anti-Sexismus“ und „Desertiert“. Nachdem die Soldat_innen erneut die Polizei riefen und sich die Protestierenden weigerten, ihre Ausweise zu zeigen, trafen weitere sechs Streifenwagen ein. Von einer Protestierenden wurden die Personalien aufgenommen. Am Mittwoch, den 19. April fand ein weiterer, in diesem Fall angekündigter Protest von rund fünfzig Personen statt, der sich jedoch auf einen anderen Platz mit Militärpräsenz verlagerte, da auf dem besagten Dante Platz an diesem Tag zum ersten Mal seit Jahren kein Militär stationiert war. Dies sind die ersten Proteste in Neapel seit 2012, die sich explizit gegen die Operation Strade Sicure und die damit einhergehende Militarisierung der Stadt richten. (ja)

Ähnliche Artikel