IMI-Aktuell 2017/193

taz: embedded

von: 3. April 2017

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Ein gutes Beispiel für embedded Journalism liefert die taz in ihrer Berichterstattung über Mali. Der Artikel „In der Hitze von Camp Castor“ ended mit den Worten: „Noch einmal schaut K. sein Baby an. ‚Ich glaube an den Einsatz‘, sagt er.“ Herr K. ist Soldat bei den Heeresfliegern und sein „Baby“, dem er schon zu Beginn des Artikels einen „liebevolle[n] Blick“ zuwirft, ein Hubschrauber vom Typ NH90. Der soll Verwundete bergen, wobei die Hubschrauber immer paarweise zum Einsatz kommen, „der zweite bleibt zur Überwachung in der Luft“. Die ebenfalls nach einer Mandatsausweitung im Januar nach Mali gebrachten Kampfhubschrauber Tiger werden hingegen gar nicht erwähnt. Kämpfen tun in diesem Artikel ohnehin nur die anderen, die „schwer bewaffneten Terroristen“ und die Franzosen, die „auf Terroristejagd“ gehen. Eine Spalte am Rand über das „Krisenland Mali“ verrät dann auch, dass Mali „ein wichtiges Ursprungs- und Transitland für Migration in Richtung Europa“ sei. „Die Wirren endeten erst, als 2013 Frankreich eingriff. Die Islamisten wurden zerschlagen, ein neuer gewählter Präsident Malis schloss Frieden mit den Tuareg-Rebellen“. Nun solle „[d]ie UN-Mission in Mali (Minusma) … die Umsetzung des Abkommens mit den Tuareg überwachen“.
Dass die Lage durchaus komplexer ist und gegenwärtig eher eine Destabilisierung stattfindet, kann u.a. der Zeitschrift des Reservistenverbandes (Zitate hier) und einer Analyse der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) entnommen werden. (cm)

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