IMI-Aktuell 2016/638

Mali-Einsatz: Ausweitung

von: 26. Oktober 2016

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Bereits jetzt sind knapp eintausend deutsche Soldat_innen in Mali stationiert, über die Hälfte davon im umkämpften Norden des Landes wo es regelmäßig Angriffe auf die Soldaten der MINUSMA-Mission gibt und auch das deutsche Feldlager bereits beschossen wurde.

Anfang nächsten Jahres soll dieser Einsatz nun offenbar „massiv“ ausgeweitet werden, wie u.a. die Deutsche Welle mit Berufung auf die dpa berichtet. Geplant ist die Entsendung von acht zusätzlichen Hubschraubern und einer dreistelligen Zahl zusätzlicher Kräfte ab März oder April nächsten Jahres. Hierfür wird auch eine Erweiterung des Bundestags-Mandates nötig. Ein Kommentar in der Süddeutschen Zeitung zieht einen – allerdings schlecht informierten – Vergleich zu Afghanistan: „Ja, das erinnert, zumindest vom Grundmuster her, an das deutsche Engagement in Afghanistan. Schon richtig, von der Dimension her sind die beiden Missionen nicht vergleichbar, auch nicht von der (derzeitigen) Bedrohungslage. Aber war es nicht auch in Afghanistan so, dass die Bundeswehr erst Brunnen bohrte und sich am Ende heftige Gefechte mit Aufständischen lieferte – also plötzlich in einem Einsatz steckte, den so zumindest anfangs niemand gewollt hatte?“

Dass die Bundeswehr dort zunächst lediglich „Brunnen bohrte“ ist ein Mythos und die derzeitige Bedrohungslage im Norden Malis ist höher, als jene in den deutschen Einsatzgebieten in Afghanistan über lange Strecken des langen ISAF-Engagements. Über Hintergründe und Inhalt des Mali-Einsatzes der Bundeswehr informiert u.a. ein Fact Sheet der IMI.

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