IMI-Aktuell 2016/608

Bittner: Echt jetzt?

von: 14. Oktober 2016

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Jochen Bittner von der Zeit war einer der Alpha-Journalisten, die der Medienwissenschaftler Uwe Krüger unter die Lupe nahm und ihnen eine extreme Nähe zu militäraffinen Kreisen und eine dementsprechende Berichterstattung nachwies (siehe IMI-Analyse 2015/012). Dabei zeichnete sich Bittner stets durch eine Washington gegenüber freundliche und Moskau dementsprechend ablehnende Haltung aus. Insofern lässt es aufhorchen, wenn sein neuester Artikel in der Zeit (via Bpb-Newsletter) die Überschrift trägt „Ja, wir Journalisten haben Russland unfair behandelt“.

Doch dann kommt es ganz dick – die deutsche Journaille habe viel zu lange über die USA viel negativer berichtet als über Russland, das müsse jetzt „fairer“ werden. Wie Bittner zu dieser – spätestens seit Ausbrechen der Ukraine-Krise völlig absurden – Einschätzung gelangt, bleibt sein Geheimnis. Der „krönende“ Abschluss: Der Angriffskrieg gegen Jugoslawien, der gegen den Irak, Drohneneinsätze, Abu Ghraib, Guantánamo, alles schön und gut, so Bittner – aber: „Nichts von alldem aber kommt an die Völkerrechtsverstöße, Kriegsverbrechen und Zivilisationsbrüche heran, die Wladimir Putin dem Gewissen Russlands anlastet.“ (jw)

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