IMI-Aktuell 2016/465

Kopp-Kongresse

von: 17. August 2016

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Der Kopp-Verlag, dessen Programm u.a. eine überaus problematische Mischung aus verschwörungstheoretischen und rechten Büchern beinhaltet (siehe zB die Broschüre „Quatsch mit Brauner Soße“), veranstaltet in Kürze seinen ersten großen Kongress. Wie auf der Homepage nachzulesen ist, wird der erste „Kopp-Kongress“ am 1. und 2. Oktober 2016 in Stuttgart (Messe) stattfinden. Neben den üblichen Verdächtigen, wie etwa dem Islamhasser Udo Ulfkotte, den „Vorreiter für rassistisch aufgeladene Islamkritik im deutschsprachigen Raum“ (AIB 85/2009), ist auch der ehemalige Verteidigungsstaatssekretär Willy Wimmer eingeladen, der immer noch auch häufig zu friedensbewegten Veranstaltungen eingeladen wird, in jüngster Zeit aber eine immer problematischere Entwicklung nach rechts vollzogen hat.

Am 29. Oktober 2016 legt der Verlag mit dem Kongress „Geopolitik – Warum die Welt keinen Frieden findet!“ nach, der in Augsburg stattfinden soll. Um nur ein Beispiel zu nennen, wird dort Friederike Beck auftreten, die Vorsitzende der „Gesellschaft für Internationale Friedenspolitik e. V.“ Die veranstaltet kurz zuvor einen Kongress zum Thema „Brandherd Syrien“, eine „Veranstaltung, die u.a. mit einer Anzeige im extrem rechten Monatsmagazin ‚ZUERST!‘ und mit einer Beilage in der ‚Jungen Freiheit‘ beworben wird“. (Braunzone Bundeswehr, 3.8.2016) Beim Kopp-Geopolitik-Kongress ist Beck mit einem Vortrag namens „Die perfide Agenda hinter der Flüchtlingskrise“ angekündigt, ein Thema, zu dem sie auch ein Buch veröffentlichte: „Die geheime Migrationsagenda. Wie elitäre Netzwerke mithilfe von EU, UNO, superreichen Stiftungen und NGOs. Europa zerstören wollen“. Leider ist auch dort mit Daniele Ganser jemand eingeladen, der mit seinem Buch über NATO-Geheimarmeen einen wichtigen Beitrag zur Debatte geleistet hat und auch viele Veranstaltungen in der Friedensbewegung bestreitet, aber bedauerlicherweise ebenfalls keine Berührungsängste mit derart problematischen Akteuren an den Tag zu legen scheint. UPDATE: Von einem aufmerksamen Leser wurden wir in diesem Zusammenhang auf den Artikel Daniele Ganser und die Querfront bei Telepolis hingewiesen. (jw)

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