IMI-Aktuell 2016/451

Ziele: Personen oder Gummiboote

von: 11. August 2016

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„Zur weiträumigen technischen Überwachung wird das Radarsystem ‚Bora‘ eingesetzt“, so die Bundeswehr in einem Bericht über die Arbeit der Heeresaufklärer in Mali. Dabei handelt es sich um ein kleines Radargerät, das sowohl auf Fahrzeugen, an Masten und bodennah auf einem Dreibein aufgestellt werden kann (Fotos). Nach Angaben des Herstellers Thales Electronic Systems in Ditzingen kann es „bewegte Ziele entdecken, lokalisieren, automatisch klassifizieren und Tag und Nacht unter allen Wetterbedingungen verfolgen“. Die Reichweite der Überwachung betrage 80km, Panzer könnten je nach Ausführung ab einer Distanz von 46km und Fußgänger ab einer Distanz von 19km erfasst werden. Das System habe seine Fähigkeit zur weiträumigen Überwachung „insbesondere gegen heutige Bedrohungen (kleine und langsame Ziele wie Personen oder Gummiboote)“ bereits unter Beweis gestellt, so Thales. Entsprechend gehören zu den Nutzern des BOR-A-Systems nicht nur die Bundeswehr, sondern auch „20 weitere Kunden (Armeen, Marinekräfte, Grenzschutzbehörden und Sicherheitskräfte) auf vier Kontinenten“. Laut dem Rechercheprojekt „The Migrant Files“ gehört die Thales-Firmengruppe zu jenen drei Konsortien, die am umfangreichsten von der Aufrüstung der EU-Außengrenzen profitieren, da sie an 16 von 39 untersuchten von der EU-Kommission finanzierten „zivilen“ Forschungsprojekten zur „Verbesserung des Grenzschutzes“ beteiligt war.

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