IMI-Aktuell 2015/573

Laser- oder Elektroangriff?

von: 15. Oktober 2015

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Bekanntlich werden Drohnen in großem Maßstab von staatlichen und vermehrt auch von nicht staatlichen Akteuren genutzt. Deshalb scheint es für Unternehmen immer mehr zu einem kommerziell vielversprechenden Geschäftsfeld zu werden, sog. Anti-Drohnen-Systeme zu entwickeln, die in der Lage sein sollen, die Drohnen des jeweiligen Kontrahenten zu zerstören. Nach »Flight Global« seien zwei dieser Anti-Drohnen-Waffen kürzlich auf der Konferenz der »Association of the United States Army« (AUSA) in Washington D.C. der Öffentlichkeit vorgestellt worden (Vgl. James Drew: Boing, Lockheed unveil competing UAV-killing concepts, www.flightglobal.com, 14 October, 2015.). Demnach habe »Boing« eine Laserwaffe präsentiert, die eine Drohne am Himmel verbrennen lassen könne. Nach Angaben des Unternehmens könne diese Waffe, die einen Strahl vom Durchmesser eines Pennystückes habe, ein Ziel in zehn Kilometern Entfernung treffen und beispielsweise auf einem »Apache«-Kampfhubschrauber der US-Armee installiert werden. Für David DeYoung, einem Direktor von »Boing«, sei die Nutzung von Lasern zur Bekämpfung der Drohnen des »IS« oder im Krieg in der Ukraine, die perfekte Anfangsverwendung für auf Laser basierende Waffensysteme, um für diese einen Markt zu schaffen. Die zweite Anti-Drohnen-Waffe mit der Bezeichnung »Icarus« stamme von »Lockheed Martin«. Im Gegensatz zur Laserwaffe von »Boing« sei bei »Icarus« auf Störmechanismen der elektronischen Kriegsführung gesetzt worden. Sie diene eher zur sog. Zivilverteidigung und solle Sportstadien, das Weiße Haus oder Militärbasen schützen können. Ziemlich makaber klingt die Aussage eines Managers von »Lockheed Martin«, Lee Tang, der auf der AUSA-Konferenz das System seines Unternehmens damit beworben habe, mit »Icarus« könnten – im Vergleich zu dem Produkt von »Boing« – leichter sog. Kollateralschäden vermieden werden. (mh)

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