IMI-Aktuell 2015/502

Syrien: Ischingers Interventionsplädoyer

von: 15. September 2015

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Wolfgang Ischinger, der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz und Honorarprofessor an der Uni Tübingen, setzt sich immer wieder für eine „robuste“ deutsche Vorgehensweise ein (siehe IMI-Analyse 2011/20). Heute wird er nun im Merkur mit einem Plädoyer für einen deutschen Militäreinsatz in Syrien zitiert: „Wir haben vor vier Jahren fälschlicherweise weggeschaut. […] Jetzt lernen wir mühselig und etwas spät, dass Wegschauen von Verantwortung nicht befreit. Und dass Nichtstun auch Folgen hat. Und dass der Konflikt, von dem wir glaubten, er spiele sich in Syrien ab, jetzt krachend vor unserer Haustür landet. […] Unsere Strategie in der Syrien-Krise ist nur dann glaubwürdig, wenn sie mit glaubwürdigen militärischen Handlungsoptionen unterlegt ist. […] Die EU muss imstande sein, über Fragen wie Schutzzonen in Syrien für die Millionen von Flüchtlingen ernsthaft zu reden. Wir müssen imstande sein, mit den USA und anderen Nationen über mögliche Flugverbote in und um Syrien zu sprechen.“

Auf die Idee, dass die Krise in Syrien (und anderen Ländern der Region) zu einem wesentlichen Teil durch die westliche Interventionspolitik verursacht wurde, scheint Ischinger nicht zu kommen. Siehe speziell zu Syrien dazu etwa IMI-Analyse 2015/029. (jw)

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